El Plastico: RB Leipzig behält gegen Hoffenheim die Oberhand

Im „El Plastico“ genannten Mäzen-Derby zwischen Aufsteiger RB Leipzig und der TSG 1899 Hoffenheim ging eine eindrucksvolle Serie zu Ende. Beim 2:1 (28.01.2017) der Leipziger gegen die Badener verloren die bis zu diesem Zeitpunkt als einziges Team noch ungeschlagenen Hoffenheimer ihr erstes Saisonspiel. 

Duell der unbeliebtesten Teams

Die mit Spannung erwartete Partie der beiden Teams mit der „kurzen“ Vereinsgeschichte ist entschieden. Der forsche Aufsteiger RB Leipzig – der unter dem finanziellen Mantel von Red Bull und Dietrich Mateschitz steht – hat im 2. „El Plastico“ die Oberhand behalten.

Das Spiel wurde den Erwartungen eines packenden Offensiv-Spektakels zwischen zwei angriffslustigen Teams durchaus gerecht. Die TSG konnte  zwar in der 18. Minuten durch ein Tor von Nad Amri in 1.0 in Führung gehen – RB Leipzig war aber deutlich überlegen. Die Sachsen erspielten sich Chance um Chance – selbst der frühe Rückstand brachte sie nicht aus dem Konzept.

Rasante Partie mit überraschender Führung

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl konnte exakt auf die Startformation wie im Spiel gegen Eintracht Frankfurt (3:0) vertrauen und hatte durch Keita (4.) schon früh die Chance zur Führung. Auf der Gegenseite baute Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann seine Mannschaft auf zwei Positionen (Kaderabek/Kramaric für Ochs/Uth) um. Durch das aggressive Pressing der Sachsen sah sich die TSG zunächst massiv in die Defensive gedrängt.

Es fehlte RB aber schlussendlich an der Konsequenz in Führung zu gehen. Die zeigte dann allerdings Hoffenheim – mit ihrer ersten ernsthaften Gelegenheit erzielten die Kraichgauer das 1.0. Einen lehrbuchmäßig vorgetragenen Konter schloss Amri nach feinen Pässchen von Kramaric mustergültig ab.

Im Anschluss daran sah sich Hoffenheim wütenden Angriffen von Leipzig ausgesetzt. So scheiterten Poulsen (20./25.) und Sabitzer (30.) jeweils aussichtsreich. Doch die TSG war keineswegs unterlegen, denn sie versuchten sich immer wieder auf spielerische Weise aus Gefahrensituationen zu befreien.

Top-Goalgetter Werner

Nach gut 38 Minuten war es dann aber doch um die Hoffenheimer Führung geschehen. Da die „Roten Bullen“ den Kraichgauern kaum eine ruhige Minute in der Defensive gönnten, kam es unweigerlich zu Fehlern. So stibitzte der agile Keita Hoffenheims Vogt den Ball und leitete diesen Weiter zu Tobias Werner. Der mit (jetzt) 11 Toren erfolgreichste Stürmer von RB schob die Kugel anschließend flach an TSG-Torhüter Baumann vorbei ins Tor (1:1).

2. Halbzeit ohne Tempo – Sandro Wagner sieht Rot

In der zweiten Spielhälfte verflachte die Partie etwas. Das Tempo war raus, weil Leipzig mit dem hohen Ballbesitz nicht viel anfangen konnte und Hoffenheim erfolgreich dagegen hielt. Mit zunehmender Spielzeit wurde das Spiel auch etwas unsauberer und oft unterbrochen. Der Spielfluss litt enorm darunter.

Der erfahrenen Schiedsrichter Wolfgang Stark zog dann die Notbremse. Nach einer harten Attacke von Wagner an Leipzigs Isanker zog Stark glatt rot für den ehemaligen Darmstädter (60.). Daraufhin verlagerte sich das Geschehen immer mehr in die Hälfte von 1899 Hoffenheim. So parierte Torhüter Baumann stark gegen Werner und Poulsen (67./68.) und bewahrte seine Mannschaft vor dem Rückstand.

El Plastico war nun sehr einseitig, was natürlich Hoffenheims Unterzahl geschuldet war. Letztlich drückten die Leipziger solange, bis das Glück auf ihrer Seite war. Mit einem gelungenen Steilpass von Keita auf Sabitzer nahm RB Tempo auf. Sein Solo schloss er aus 22 Metern satt ab. Unglücklicherweise fälschte Schär den Ball noch unhaltbar für Baumann ab – und sicherte Leipzig so in der 77. Minute den umjubelten Sieg (2:1). Tobias Werner hätte zwar in der 86. Minute noch auf 3:1 erhöhen können, er scheiterte aber genauso wie Hoffenheims Uth der kurz vor Schluss den Ausgleich auf dem Fuß hatte (89.) aber zu lange zögerte.

Interessante Randnotiz: Sandro Wagner ist der erste Spieler der in vier verschiedenen Vereinen vom Platz flog.

Hoffenheim muss sich nun nach der ersten Niederlage der Saison wieder sammeln und kommenden Samstag gegen Mainz (04.02.2017, 15:30 Uhr) Fahrt aufnehmen. Leipzig muss sich am gleichen Tag vor der „Gelben Wand“ in Dortmund (18:30 Uhr) bewähren.

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