Bayer Leverkusen kassiert bittere Niederlage gegen Gladbach

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Bayer Leverkusen fährt auch in der Rückrunde in unruhigen Fahrwassern. Nach der unglücklichen 2:3-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach heißt es Wunden lecken. Die Tatsache, dass man nach einer sicher geglaubten 2:0-Führung gegen die auswärtsschwachen Fohlen noch verlor, macht die Aufarbeitung nicht einfacher. Unruhige Zeiten für den ohnehin in der Kritik stehenden Trainer Roger Schmidt.

Gladbach mutig – aber zunächst glücklos

Bayer Leverkusen übernahm zu Beginn ganz klar die Spielkontrolle und hatte durch Aranguiz (1.) gleich die erste Großchance. Allerdings machten die Fohlen von Dieter Hecking nicht den Eindruck, sich davon einschüchtern lassen zu wollen. Sie spielten forsch nach vorne und attackierten das Team von Roger Schmidt schon früh.

Dann kam die 31. Minute und der Eckball von Hakan Calhanoglu. Er dreht den Ball so zielgerichtet auf Jonathan Tah im Fünfmeterraum der Gäste, dass dieser nur noch Yannick Vestergard übersteigen und dann zum 1:0 einköpfen musste. Der Matchplan der Gladbacher war damit zunächst durchkreuzt. Ärgerlich war zudem, dass es Tah nicht gerade schwer gemacht wurde zum Abschluss zu kommen. Die Defensive der Gäste griff nicht energisch genug ein und so war der Rückstand nur Formsache.

Dabei hatte auch Gladbach einige einigermaßen erwähnenswerte Chancen durch Raffael (7.), Wendt (11.) und nicht zuletzt Dahoud (13.). Jetzt wirkte die Elf von Dieter Hecking allerdings angeschlagen und geschockt.

Daher war es auch nicht weiter überraschend, dass durch die fehlende Aufmerksamkeit auch der nächste Standard zum Erfolg für Leverkusen führte. Diesmal gab Calhanoglu eine Ecke von der linken Seite herein – Karim Bellarabi verlängert per Kopf auf Chicharito – der anschließend völlig freistehend erneut per Kopf zum 2:0 vollstrecken konnte. Zwei Standards – zwei Tore – zwei mal Schläfrigkeit in der Defensive der Gladbacher.

Mit einer 2:0-Führung ging die Elf von Roger Schmidt in die Pause – und keiner im Stadion dachte daran, dass sich am Sieg der Werkself noch etwas drehen ließ.

Gladbach schlägt eiskalt zurück

Sofort nach Wiederanpfiff rissen die Gladbacher das Spiel – wie ausgewechselt – an sich. Man hatte den Eindruck, Dieter Hecking hätte die Rheinländer einer Gehirnwäsche unterzogen.

Nur sieben Minuten nach der Pause hämmerte Lars Stindl den Ball überragend aus 16 Metern ins rechte obere Eck (52.) – nachdem Torschütze Tah eindrucksvoll in der Defensive geschlafen hatte. Neu-Nationalspieler Henrichs konnte dann auf der linken Außenbahn Oskar Wendt nicht folgen, der haargenau auf Stindl flankte – ehe dieser nur noch zum 2:2-Ausgleich einköpfen musste (58.). Die Rheinländer hatte tatsächlich noch den Ausgleich geschafft.

Wer jetzt allerdings dachte, dass sich Gladbach damit zufrieden gab, der hatte sich getäuscht.

Gladbach dreht das Spiel

Bezeichnenderweise war es wieder einmal der überragende Raffael der die Fohlen jubeln ließ. Der Ex-Bayer Christoph Kramer kam im Mittelfeld an das Leder und dann gelang ihm ein äußerst gefühlvoller Heber direkt in die Füße von Raffael. Der hatte gegen den unglücklichen Tah keine Probleme – als er ihn mit einem frechen Hackentrick stehen ließ und den Ball an Bernd Leno vorbei ins Leverkusener Tor schob (71.).

Selbst der Gladbacher Anhang und die optimistischsten Verantwortlichen hatten nicht mehr an diese Wende geglaubt.

Gladbach verteidigte nun die wütenden Angriffe der Hausherren lässig und brachte den Auswärtssieg unter Dach und Fach. Für Gladbach war es erst der 2. Sieg in den letzten 13 Spielen. Sie schöpfen damit auch Mut für die nächsten Aufgaben (Samstag, 15:30 Uhr gegen SC Freiburg). Der neue Trainer Dieter Hecking scheint den Zugang zur Mannschaft gefunden zu haben und hat ihnen neuen Mut eingeimpft.

Für Leverkusen wird es immer ungemütlicher. Obwohl sie am 17. Spieltag noch gegen Hertha BSC Berlin locker 3:1 gewinnen konnten, wirkte die Elf von Roger Schmidt in der zweiten Halbzeit wie von Sinnen. Das war nicht das erste Mal in dieser Saison, dass die Werkself eine klare Führung herschenkt. Worin die Gründe dafür liegen, dass kann niemand so genau sagen. Schmidt sollte das schnell abzustellen wissen, sonst wird es mit dem internationalen Geschäft im nächsten Jahr wohl nichts werden.

 

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