BVB: Blitz-Treffer von Reus reicht nicht zum Sieg

Es hätte der Startpunkt für die alljährige Aufholjagd des BVB in der Rückrunde sein sollen. Das Spiel gegen den Lieblingsgegner FSV Mainz 05 wäre der ideale Zeitpunkt dafür gewesen. Leider endete es erneut nur mit einem Unentschieden für den BVB – das siebte in dieser Saison. So verlieren die Westfalen immer weiter an Boden auf Platz zwei – die direkte Champions League Qualifikation ist hingegen nach wie vor drin.

Schnellstes Tor der Saison für BVB

BVB-Trrainer Thomas Tuchel, der unter der Woche immer wieder Inhalt von Gerüchten war, was das „Binnenverhältnis“ zur Klubführung betrifft, sah zu Beginn eine äußerst engagierte Leistung seines Teams.

Das mündete auch direkt in einem zählbaren Erfolgserlebnis für die Schwarz-Gelben: Marco Reus wurde im 16er der Mainzer mustergültig von Nationalspieler André Schürle bedient und vollstreckte zu seinem zweiten Saisontreffer in der Bundesliga (2.). Es war bereits die 5 Torbeteiligung des immer wieder verletzen Nationalspielers im 6. Spiel nach seiner Verletzung.  Gleichzeitig war es nach genau 124 Sekunden auch das schnellste Saisontor von Borussia Dortmund in der laufenden Spielzeit.

Im Anschluss an den Führungstreffer erspielten sich der BVB einige hochkarätige Chancen durch Aubameyang und immer wieder Schürle, der zumindest zu Beginn erneut zu überzeugen wusste.

Doch mit der Zeit wurden auch die Mainzer mutiger, als sie merkten, dass der BVB zwar die Spielkontrolle hatte, daraus allerdings kein Kapital schlagen konnte.

BVB verliert die Linie

Bis zur Halbzeit standen die Schwarz-Gelben zwar noch das ein oder andere Mal aussichtsreich vor dem Mainzer Tor – es fehlte jedoch immer wieder die letzte Konsequenz.

Ein Grund dafür war auch die augenscheinliche Müdigkeit ihres Bundesliga-Toptorjägers Pierre-Emerik Aubameyang, der gerade von verfrühten Ausscheiden aus dem Africa-Cup mit Gabun zurückgekehrt war. Ihm fehlte die Spritzigkeit und die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss und so verlor der BVB nach und nach die Linie.

Ähnlich wie gegen Werder Bremen (2:1) in der Vorwoche wurden die Aktionen der Westfalen immer fahriger und machten somit Mainz stärker.

Selbst die Einwechslungen von Mario Götze (66. für Raphael Guerrero) und Dembelé für Aubameyang brachten für BVB-Trainer Thomas Tuchel, der das Geschehen wieder einmal mit zerknirschten Gesichtsausdruck beobachtete nichts ein.

So kam es – wie es in dieser Saison schon so oft geschehen ist: die Westfalen kassierten spät den Ausgleich durch Latza (83.) den der Ex-Bremer Öztunali mit seiner Flanke an den zweiten Pfosten mustergültig vorbereitet hatte.

Dortmund konnte nur tatenlos zusehen, wie ein sicher geglaubtes Spiel wieder einmal aus der Hand gegeben wurde. Denn schlecht gespielt hatten die Dortmunder keineswegs – nur haben sie erneut die Souveränität nach einer Führung vermissen lassen, was ihnen jetzt insgesamt 14 Punkte gekostet hat. Das ist jener Abstand, der ihnen zum Tabellenführer FC Bayern München fehlt. Selbst zum Verfolger RB Leipzig sind ist nun bereits 11 Punkte.

Tuchel unter Zugzwang – Spekulationen/Gerüchte um Zukunft

BVB-Trainer Thomas Tuchel war nach der Partie bedient und verließ umgehend den Platz seines vormaligen Lieblingsvereins. Im Anschluss daran gab er im Interview auf die Frage nach der fehlenden Konstanz Folgenden Kommentar:

Ich würde das Spiel nicht als Beweis für eine mangelnde Stabilität bei uns gelten lassen – nur das Ergebnis vielleicht […}

Wie er die nächsten schweren Aufgaben insbesondere gegen RB Leipzig angehen will, da ist sich er Trainer noch unsicher:

Was das für das nächste Spiel bedeutet, weiß ich noch nicht. Darüber muss ich mir in den nächsten Tagen erst noch Gedanken machen.

Man kann nur hoffen, dass er eine Lösung für die fehlende Konstanz, Defensivprobleme und Abschlussschwäche der letzten Spiele findet. Die von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ausgegebene Zielvorgabe Champions League ist nach wie vor im Bereich des Möglichen. Im Moment liegt der BVB auf Platz 4 – nur Zähler auf den dritten Platz.

Am nächsten Spieltag kommt es zum Kräftemessen des Überraschungs-Aufsteigers und des eigentlichen Bayern-Rivalen der letzten Jahre im Signal-Iduna Park. Beim letzten Aufeinandertreffen verlor der BVB im Leipzig überraschend gegen die Sachsen (0:1):

Derweil ranken sich immer mehr Spekulationen und Gerüchte und die „jungen Wilden“ der Trainergilde – wie Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann. Sie werden beide immer wieder als Nachfolge für Bayern-Trainer Carlo Ancelotti gehandelt.

Dieser will aber noch die „nächsten 10 bis 20 Jahre“ beim FCB bleiben – unterdessen machen Nagelsmann und Co. schon Pläne wer welche Position beim Rekordmeister übernimmt. Bis es soweit ist, werden sie wohl dann auch schon im gesetzteren Alter sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.