FC Bayern: Von der Schockstarre zur Sensation?

Nach der schwachen Leistung im Hinspiel steht der FC Bayern vor dem Kracher gegen Real Madrid unter Druck. Doch bislang haben die Münchner unter Carlo Ancelotti den Kopf noch immer aus der Schlinge gezogen und die besten Leistungen gezeigt, wenn es drauf ankam. Reicht es auch dieses mal?

Das war schon eine merkwürdige zweite Halbzeit am vergangenen Mittwoch in der Allianz Arena. Erst der frühe Ausgleichstreffer, dann der Platzverweis gegen Martínez und von da an nur noch Schockstarre. Wo war das Aufbäumen? Wo der Kampf? Die Bayern wirkten nach der Pause gelähmt und unkonzentriert. Letztlich mussten sie sich gar bei Manuel Neuer bedanken, dass es nach 90 Minuten nur 1:2 stand: Mit mehreren Glanzparaden bewahrte der Keeper seiner Vorderleute vor einem Debakel.

Auf einmal läuft alles gegen die Bayern

Über weite Strecken der Saison schwamm das Team von Carlo Ancelotti auf einer Welle des guten Gelingens. Bei Weitem nicht immer brillant spielend, aber am Ende stets mit der passenden Antwort. Späte Siegtreffer wie gegen Berlin, Freiburg und Ingolstadt, und Topleistungen, wenn es drauf ankam: Fiel im Herbst immer wieder das Wort „Krise“, wirkten die Bayern 2017 kontrolliert und unschlagbar auf Abruf. Dass in der zweiten Hälfte gegen Zidanes Madrilenen eigentlich alles schief ging, was schief gehen konnte, passt da gar nicht in Konzept und Selbstverständnis. Und dazu kommen auch noch die Personalprobleme zur Unzeit.

Wer wird rechtzeitig fit?

Wenn im eigentlich breiten Kader der großen Bayern ein Spieler unersetzbar ist, dann ist das Robert Lewandowski. Thomas Müller hing im Hinspiel nur in der Luft, kein Vergleich mit dem Polen, der nun seit einigen Jahren absolute Weltklasse verkörpert. Im Abschlusstraining konnte er laut Ancelotti ohne Probleme mittrainieren. Gute Neuigkeiten, schließlich rennt München einem Rückstand hinterher, und wie man Real aus der Champions League schießt, das weiß Lewandowski spätestens seit seinem denkwürdigen 4-Tore-Auftritt im Halbfinale 2013. Auch Hummels und Boateng trainierten mit, doch zumindest bei Hummels bleibt der Einsatz sehr fraglich. Ersatz steht aufgrund der Sperre von Martínez kaum parat. Alaba und Kimmich wären erste Aspiranten im Worst-Case-Szenario. Ob das gegen die Standardspezialisten und Kopfballmonster wie Ronaldo, Ramos und Benzema reicht, ist fraglich.

München hat noch alle Chancen

Dank Neuer sind die Bayern jedoch noch im Rennen. Zwei Auswärtstore, das ist schwer, aber nicht unmöglich. Fragt man die Buchmacher, ist die Sache eindeutig: Beim Sportwettenanbieter bwin beispielsweise liegt die Quote auf ein Weiterkommen Madrids bei 1,3, für einen Halbfinaleinzug der Bayern bei 3,5. Gerade für Neukunden könnte es sich aber durchaus lohnen, auf einen Erfolg des deutschen Rekordmeisters zu setzen. Die bwin-Jokerwette macht einen Außenseitertipp nämlich deutlicher attraktiver: Wenn der erste Tipp falsch ist, gibt es das Geld zurück. Und so ganz aufgeben sollte man die Bayern bekanntermaßen nie. Denn immer wenn in dieser Saison Kritik aufkam, startete das Team richtig durch. Das Rückspiel in Madrid wäre die ideale Gelegenheit, diese Comeback-Mentalität erneut unter Beweis zu stellen.

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