Bierhoff lässt die Muskeln spielen
geschrieben von Torsten | in Allgemeines | am 24. 01. 2007
Das “unmoralische” Ausrüsterangebot von Seiten des Sportartikelherstellers NIKE an den DFB schlägt ungeahnt hohe Wellen. NIKE hatte unlängst angeboten, die DFB Nationalmannschaften auszustatten. So sollten ab 2011 für zunächst 8 Jahre schnieke NIKE-Klamotten in der Nationalmannschaft getragen werden und, ganz nebenbei, noch insgesamt 500 Millionen Euro in die Kassen des DFB fließen.
Dass sich der FC Bayern mit seinen Sprachrohren in diese Überlegungen einschalten würde, ist eh schon dreist und unverständlich. Nun lassen sie sogar durch Vorstandschef Rummenigge verlauten, dass sie sich nicht vorstellen könnten, dass “jemals ein Bayern-Spieler in einem deutschen Nationaltrikot von NIKE auflaufen werde”. Schon ein starkes Stück.
Das sieht offenbar auch Oliver Bierhoff so. Der Teammanager der Nationalelf reagierte recht angefressen und erwägt nun, für den Fall der Fälle, die betroffenen Bayern-Profis durch den Weltverband FIFA für Klubspiele sperren zu lassen. Dabei beruft er sich auf die Statuten der FIFA, wonach der Klub verpflichtet sei, seine Spieler für Länderspiele abzustellen. Notfalls könne man diese Spieler sonst auch sperren lassen.
Bravo, Herr Bierhoff! So ein Angebot wie das von Nike darf man einfach nicht ungesehen ausschlagen! Immerhin geht es um insgesamt 500 Millionen. Das sind so viele Nullen VOR dem Komma, dass einem schon schwindelig werden kann. Dagegen zahlt adidas derzeit 11 Millionen pro Jahr an den DFB (über acht Jahre also 88 Mio.). Auch nicht schlecht, aber doch deutlich weniger.
Die Bayern verfolgen also wieder mal ihre eigenen Interessen, immerhin ist adidas mit 10% Anteil auch strategischer Partner des FCB, und lässt sachliche Argumente nicht gelten. Ich bin mal gespannt, wie das weiter geht. Da wird doch sicher aus München noch ein Kontra kommen. Jedenfalls glaube ich nicht, dass die Nationalmannschaftskarrieren von Podolski, Schweinsteiger und Lahm schon vorbei sind. Erstens würde das Ganze erst ab 2011 greifen und zweitens könnten die Herren auch bis dahin gern nach Mönchengladbach wechseln, um der Sperre auszuweichen.





Pleitegeiger




















Ich erinnere mich einfach nur an die berühmte “Bierhoff-Nadel”, die er auf SAT 1 immer wieder an hatte. Ist doch klar, dass er seinem “persönlichen” Sponsor den Rücken stärkt.
Ich finde, dass man hier auch mal ein wenig traditionsbewusst an die Sache gehen soll. Klar ist, dass Adidias mehr zahlen kann und mittlerweile die Erfolge das auch rechtfertigen. Das werden sie auch tun. Nike bei Deutschland auf dem Trikot kann und will ich mir nicht vorstellen, zumal wir dann exakt die gleichen Trikots wie Holland hätten. Nike macht da nämlich kaum Unterschiede zwischen den Nationen…
Ich finde die Holland-Trikots gar nicht so schlecht. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass Deutschland in Oranje spielen müsste
Ich denke, so ein Angebot sollte man wirklich erst einmal prüfen. Eine Verteufelung von vornherein ist doch Quatsch, nur weil adidas schon seit Jahr und Tag ausrüstet. Das Geld sollte nicht allein die ausschlaggebende Rolle spielen, aber es ist schon ein Sümmchen, mit dem der DFB einiges anstellen könnte.
Die Bierhoff-Nadel ist mir leider Gottes gar nicht bekannt (nie Fußball auf SAT.1 gesehen)
Bierhoff ist seit eh und je “Nike-Botschafter”. Klar sollte man eine solche Summer prüfen, aber eines der erfolreichsten deutschen Unternehmen sollte auch die deutsche Mannschaft finanziell unterstützen. Ich finde eine solche Partnerschaft sollte man auch nicht voreilig auflösen, nur weil mal jemand mit den Geldscheinen winkt. Klar ist, dass Adidias nicht mehr mit 10 Millionen im Jahr ankommen kann, aber dafür sind unsere Leistungen ja auch zu gut in der letzten Zeit…
Ich sehe das wohl eher ein wenig pragmatisch. Tradition hin oder her, ist mir in diesem Fall eher schnuppe (in der Hinsicht hat mich der damalige Wechsel Gladbachs von Puma über Trigema zu Asics (!!!) mehr geschockt).
Auch das Argument deutsche Firma für deutsche Mannschaft (wegen vermeintlich deutscher Arbeitsplätze) kann ich so nicht gelten lassen. Ich wette, adidas produziert irgendwo in Asien. Außerdem verdienen sie noch reichlich an diversen Bundesligaaustattungen.
Hi Torsten. Klar produziert Adidas kostengünstig im Ausland (um es mal harmlos auszudrücken), aber Adidas ist trotz allem ein deutsches Unternehmen und zahlt in Deutschland auch Steuern.
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Ich persönlich bin von Adidas überzeugt und kaufe nur ungerne Produkte, die nicht der Adidas-Gruppe angehören. (Liegt vielleicht auch daran, das ich Adidas-Aktien habe und somit moralisch Markengebunden bin.
Ich fände es schade, wenn einer der größten Sportartikelhersteller der Welt Trikots von x Nationalmannschaften herstellt, aber die eigene Nationalmannschaft in Nike auflaufen würde.
Nils hat übrigens Recht: Nike-Trikots sehen fast alle gleich aus.
Moralisch markengebunden gefällt mir, klingt jedenfalls super
Was ist denn dann bitte mit Trigema, erima und den anderen deutschen Herstellern? Die kriegen hier auch kein Bein auf den Boden?!
Und, frei nach dem Motto “wichtig ist, was drin steckt” ist es mir egal, ob die deutsche Elf in Nike, adidas, Reebok, Puma, Lotto (nein, nicht wirklich), Umbro, Hummel etc.pp. aufläuft.
Auch wenn die Nike-Trikots alle gleich aussehen, ich find sie nicht so schlecht…
Also ich kaufe mir nur Adidas Fussballschuhe. Gestern noch in den legendären “Beckenbauer” gespielt.
Wenn der FCB eine solche Offerte selber hätte, wäre Rummenigge der erste, der “Ja” brüllen würde. Er würde sich hinstellen und allen erklären, was der FCB doch für eine tolle Marke ist, dass solch ein Weltkonzern einen solchen Preis bieten würde. Die FCB Spielen fahren doch auch Audi und die Nationalmannschaft wird von Mercedes gesponsert.
Jetzt kommen die, die sagen, ja aber adidas ist doch strategischer Partner. Die 10% kann man von den 500 Millionen schnell zurückkaufen.
“Da wäre dem Kalle ihm sein Hemd mit Swooch näher als ihm seine Hose mit 3 Streifen!”
@enrasen
Genau so sehe ich die Sache auch! Wenn Nike den Bayern mit so einem Haufen Euronen kommen würde, würden die doch sofort auf die Knie fallen und alles unterschreiben! Auch wenn es nicht nur ums Geld gehen sollte, letztlich tut es das aber einfach. Und diese Doppelmoral der Bajuwaren nervt auf Dauer einfach.
Da kommt auch schon die Retourkutsche:
hier:
http://www.sport1.de/de/apps/news/news-meldung/news_802130.html
Lachhaft. Das geht zu wie im Kindergarten. Da kann man sich schon fast wünschen, dass der Deal abgeschlossen wird, nur um zu sehen, wie dieser Kleinmädchen-Streit eskaliert
Ich finde auch, das Rummenigge völlig sinnlos rumstänkert. Wie enrasen schon sagt, wenn so ein Deal den Bayern angeboten würde, wäre Rummenigge der erste, der im Hintern von Nike verschwindet.
Mit Verlaub und bei aller Liebe zur Meinungsfreiheit: Kann man dem Rummenigge nicht einfach mal das Maul stopfen? Der nervt. Und zwar schon seit Jahren.
Nike hat bereits sowohl dem FC Bayern als auch Franz Beckenbauer ein stattliches Sümmchen dafür geboten, deren Ausrüster zu sein. Beide haben dankend abgelehnt. Im Gegenzug ist adidas mit 150 Mio. Euro als Gesellschafter beim FC Bayern eingestiegen. Soweit dazu. Eine Verbindung von Nike und dem DFB lehne ich ab. Eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft sollte nicht nur dem finanziellen verpflichtet sein, sondern auch Tradition und Werte vermitteln, zwei Dingen bei denen es bei Nike nicht weither ist.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine amerikanische Fußball-Nationalmannschaft jemals etwas anderes trägt als Nike – allein aus Patriotismus. Warum sollte sich der DFB also meist bietend verschachern. Demnächst fährt dann unsere Kanzlerin Toyota, weil die am meisten bieten?
Welche Karre die Kanzlerin unterm Hintern hat ist mir relativ egal. So viel mal vorneweg.
Gut, ok, adidas hat Tradition. Aber welche Werte werden denn von ihnen vertreten? Die klöppeln ihre Sportklamotten auch nicht nur für arme, bedürftige Kicker. Da geht es auch um Kohle, aber satt und reichlich. Der Sportartikelmarkt ist ein heiß umkämpftes Pflaster. Deswegen hat adidas auch Reebok übernommen und damit Nike auf dem US-Sektor ein empfindliches Aua zugefügt. Und es wird immer ein stetes Hin und Her geben, was die Sportsockenstickerei angeht.
Ich stimme in diesem Punkt eindeutig mit Dr. Theo Zwanziger überein, der sagt, dass solch ein Betrag, von dem da die Rede ist, für einen Verband wie den DFB immens wichtig wäre. Mit Betonung auf Verband, denn das würde auch den kleinsten der Kleinen zugute kommen.
Also, prüfen, überdenken und gegebenenfalls annehmen, das Angebot.
Tradition hin oder her – adidas ist auch nur dem schöden Mammom verpflichtet. Auch als “deutsches” Unternehmen. Die lassen direkt neben den Fabriken von Nike in Billiglohnländern produzieren wie alle anderen. Da brauch keiner mit Tradition und Werten zu kommen. Welche Werte vertritt denn Adidas andere als Nike???
ich will keine wertedebatte aber anzetteln. adidas hat einen vertrag bis 2010 und eine muendliche zusage des dfb fuer die verlaengerung bis 2014, weil adidas zugestimmt hat, dass nationalspieler auch andere marken als adidas duerfen – obwohl dies anders vertraglich vom dfb zugesichert war!!! wie konnte es sein, dass die von nike ausgestatteten nationalspieler waehrend einer wm mit streik drohen? ohne abstimmung mit nike haetten diese nationalspieler das wohl kaum gemacht…
Annehmen von Werbeverträgen was geht. Würd ich zumindestens so machen.
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