Van Bommel in bester Ellenbogengesellschaft
geschrieben von Benjamin Weissinger | in Allgemeines, FC Bayern München, Fussball, Spieler, Trainer | am 25. 08. 2008
Mark van Bommel hat ne rote Karte gesehen. “Und?”, werden sich jetzt einige denken. Da könnte man auch eine Nachricht schreiben a la “Valdez vergibt Großchance” oder “Hennes VIII. – wieder ein Geissbock.” Scho’ recht. Ich geb zu, das ist wirklich nichts besonderes. Und es ist ja auch schon vorgestern passiert.
Aber etwas ist mir bei der Berichterstattung mal wieder zu kurz gekommen. Das unverfrorene Schönreden dieser neuerlichen Entgleisung durch den Bayerncoach, der mittlerweile Jürgen Klinsmann heisst. Dieser hat in bester Tradition seines Vorgängers Ottmar Hitzfeld die Tätlichkeiten van Bommels in positive Signale eines “Aggressiv-Leaders” umgedeutet: “Er wollte doch nur seine Leaderqualitäten unter Beweis stellen.” Genau, denn wir wollen nicht vergessen, er war Samstag Kapitän und damit in einer Vorbildfunktion unterwegs. Wie war das mit dem Bock und dem Gärtner?
Klinsmann fiel aber noch mehr ein: Van Bommel habe es doch so schwer, “weil er unter besonderer Beobachtung steht.” Muss man daraus folgern, dass sich Klinsmann wünscht, van Bommel würde es leichter gemacht, seinen Ellenbogen in den Gesichtern oder Mägen seiner Gegenspieler unterzubringen? Ich fürchte ja. Jetzt könnte man natürlich noch annehmen, dass Klinsmann sich nur nach außen hin vor seinen Spieler stellt und sowas intern geregelt wird. Zum Beispiel bei einer Tasse grünem Tee im Buddha-Tempel an der Säbener Straße. Aber warum sollte man das annehmen?
Es war die dritte rote Karte für den Holländer – in zehn Spielen. Geändert hat sich nach seinen bisherigen Vefehlungen nichts. Im Gegenteil: Er befindet sich in bester Ellenbogengesellschaft, die ihn explizit dazu ermutigt, weiterhin “Zeichen zu setzen.” Bis irgendwann mal so ein Schlag ins Ziel findet und sich jemand ernsthaft verletzt. Was Klinsmann dann wohl sagen würde? Hoffentlich finden wir das niemals heraus.





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