Bundesliga bei Arena – oder Premiere…oder?
geschrieben von Jens | in Allgemeines, Medien | am 10. 07. 2007
Tja was soll man jetzt als Fussballfan dazu sagen? Erst startete letzte Saison der Sender Arena (Unity Media) mit grossen medialem Rauschen und Tamtam die Übertragung der Fussball Bundesliga (inkl. 2. Bundesliga und auch Primera Divison und Serie A) und dann kommt in der Sommerpause der grosse Knall: Arena (bzw. Unity Media) will sich aus dem ganzen Geschäft wieder zurückziehen. Grund: massive Verluste im ersten Jahr (über 100 Mio. Euro). Anscheinend wurde das Abonenntenziel bei weitem nicht erreicht.
Nun sollen also die Rechte an der BuLi an Konkurrenzsender Premiere verkauft werden (für ein vielfaches der ursprünglich gezahlten 200 Mio. Euro – diesen Betrag soll Arena an die DFL überwiesen haben). Die Börse belohnte die Permiereaktie mit teils recht kräftigen Kursgewinnen.
Doch über die ersten Sonnenstrahlen legen sich auch schon wieder kleine Wölkchen, wollen doch Arena-Mitarbeiter gegen diesen Verkauf klagen. Die Kursgewinne bei Premiere bröckeln auch schon wieder – doch letztlich muss das Kartellamt sowieso noch sein Einverständnis erteilen.
Interessant ist allerdings der Hinweis bei Welt Online im letzten Abschnitt:
Unabhängig von der jüngsten Entwicklung sieht Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe Premiere außerdem als klassisches Übernahmeziel, weil die Geschäftsentwicklung dort nicht vom zyklischen Werbemarkt abhängt.
Heisst das, das Premiere vielleicht bald gar nicht mehr Premiere ist? Bzw. ein neuer Eigner auftaucht – der dann das ganze Sendekonzept wieder über den Haufen wirft?
Und was wird aus der Sportschau am Samstagabend in der ARD? Ursprünglich hatte Premiere im damaligen Lizenzvergabepoker unter anderem gefordert, das diese Sendung “eingestampft” wird).





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Zum Thema Übernahme. Für die Medienexperten stellt Premiere natürlich ein Interessantes Übernahmeziel dar. Von außen betrachtet stellt Premiere den einzigen Pay-TV-Sender in Deutschland dar, was “Kabel Deutschland” und Unity Media als Programm auf die Beine stellt ist für viele nicht wirklich als Konkurrenz zu sehen. Wenn man als etablierter ausländischer Pay-TV-Sender erfolgreich in den deutschen Markt will, drängt sich eine Übernahme von Premiere nahezu auf. Dadurch, dass sich Premiere zum Aktienunternehmen entwickelt hat macht dies eine Übernahme natürlich leichter. So muss man nur noch die Aktienmehrheit erwerben und gut ist. Der Punkt, dass Premiere nicht von zyklischen Werbemarkt abhängig ist, erklärt sich auch ganz einfach. Premiere macht die meisten Einnahmen durch die Abo-Gebühren. Das Privatfernsehen, wie RTL oder Pro7, ist dagegen von den Werbeeinahmen abhängig. Daher muss hier immer sehr Zielgruppenorientiert geschaut werden wann man welche Sendung zeigt und welche Werbepartner hier in Frage kommen. Nachts ist die Werbezeit natürlich billiger als zur Primetime.
Was eine mögliche Übernahme für die Programmstruktur von Premiere bedeutet, ist natürlich eine andere Sache. Es ist aber davon auszugehen, dass sich hier nicht wirklich etwas ändern wird. Wie erwähnt lebt Premiere von seinen Abo-Kunden und eine Änderung in der Programmstruktur womöglich noch mit einer Preisänderung wird mit Sicherheit viele Kündigungen mit ziehen. Sollte Arena in das Premiere-Programm miteinfließen ist dagegen wieder mit Zuwachs in den Kundenpool von Premiere zu rechnen, da man den Mehrwert Fussball vor knapp einem Jahr verloren und nun wieder im Programm hätte.
Die Entwicklung in diesem Markt wird in den nächsten Wochen und Monaten sehr spannend sein.
Premiere oder Arena – ist doch egal! Solange dieser Fritz von Thurn und Taxis noch Spiele kommentieren darf, sind beide Sender scheiße!
[...] die Rechte bekommt. Und dann will das Kartellamt mitreden. Ob Premiere morgen noch Premiere ist, kann wohl auch keiner sagen. Als wenn das noch nicht Chaos wäre, überrollt Arena das Internet – allen Ankündigungen zum [...]