Das 20%-Zwischenfazit

geschrieben von Benjamin Weissinger | in 1.FC Köln, Arminia Bielefeld, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt, Energie Cottbus, FC Bayern München, FC Schalke 04, Fussball, Hamburger SV, Hannover 96, Hertha BSC, Hoffenheim, Karlsruher SC, Mönchengladbach, Vereine, VfB Stuttgart, VfL Bochum, VfL Wolfsburg, Werder Bremen | am 08. 10. 2008

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Ein sattes Fünftel der Saison ist schon wieder vorbei, und so langsam gilt die Ausrede nicht mehr, dass die Tabelle noch keine Aussagekraft hat. Besonders bitter ist das für den FC Bayern, der sich zwischen Köln und Karlsruhe auf Platz 11 wiederfindet. Der Klinsmann-Effekt hat dem Rekordmeister bisher nur zwei Siege in sieben Bundesligaspielen, dafür aber satte 13 Gegentore beschert. Zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison waren es gerade mal drei.

Allerdings befinden sich die Bayern in bester Gesellschaft. Letzte Saison hatten die ersten Vier der Tabelle nach sieben Spieltagen zusammen 17 Gegentore. Diese Saison bringen es die ersten Vier auf mehr als doppelt soviele: 42. Auf die Spitze getrieben hat es allerdings Werder Bremen, das mit 16 Gegentoren sogar mehr als Schlusslicht Borussia Mönchengladbach (15) kassierte.

Es ist der Hurra-Fußball, der das möglich macht. Von Leverkusen und Bremen kennt man das ja schon. Neu dabei: Tabellenführer HSV, der unter Huub Stevens letzte Saison ein abgezähltes 1:0 nach dem anderen aufs Parkett zauberte, und nun unter Stevens’ Landsmann Martin Jol gern mal mit 0:2 in Rückstand gerät, um das Spiel dann noch mit einem Sturmlauf zu drehen. Auch Aufsteiger Hoffenheim, sensationell auf Platz zwei der Tabelle, scheut sich nicht, 90 Minuten lang beherzt nach vorne zu spielen, selbst wenn es hinten klingelt. Diesem unbeirrbaren Offensivdrang verdanken die Zuschauer eines der denkwürdigsten Spiele der letzten Jahre: Das 5:4 zwischen Bremen und TSG. Auch nicht schlecht war das 3:3 im Ruhrpott-Klassiker zwischen dem BVB und S04. Allein dieses Spiel lieferte Diskussionsstoff für eine ganze, und nicht nur für eine Fünftelsaison.

Was das untere Drittel der Tabelle betrifft, so positionieren sich die üblichen Verdächtigen zum alljährlichen Abstiegskampf. Wie immer mittendrin: Energie Cottbus, das bisher mit nur drei geschossenen Toren und (nur!?) 10 Gegentoren ein wenig aus der Reihe des Torspektakels Bundesliga tanzt. Mehr Tore, aber auch nur einen Sieg haben Bochum, Bielefeld und das Schlusslicht Gladbach auf dem Konto, das gleichzeitig die erste Trainerentlassung der Saison zu verkünden hat. Den Job von Jos Luhukay übernimmt fürs Erste Christian Ziege. Wer hätte das gedacht…

A propos Ziege. Ein schwarzes Schaf gibt es, was noch gar keinen Sieg eingefahren hat. Eintracht Frankfurt. Allerdings haben die – wie der KSC – auch ein Spiel weniger. Warum? Wegen Madonnas rasenschädigendem Einfluss. Dabei brauch man doch eigentlich gar keine Showacts, wenn es weiter so rund geht in der Bundesliga. Nur weiter so.