Der “böse” Herr Lehmann

geschrieben von Linksaußen | in Fussball | am 26. 10. 2009

An fast jedem Spieltag kommt es zu einer Aktion von Jens Lehmann, welche gefundenes Fressen für die Medien ist. Letzten Spieltag bei der 0:1 Niederlage in Hannover war es wieder einmal so weit. Der VfB Stuttgart hat Einwurf – und der Balljunge, welcher sich als Unbeteiligter eigentlich rauszuhalten hätte aus dem Geschehen auf dem Spielfeld, benötigt zuerst sehr viel Zeit, bis er einen Ball auftreiben kann. So viel Zeit, dass Jens Lehmann bereits etwas wütend auf ihn zu rennt. Anstatt nun dem Stuttgarter Torhüter den Ball zu überreichen, verstößt der Balljunge gegen jegliche Fair Play-Regeln und wirft den Ball frech über Lehmann hinweg. Jeder Spieler, jeder Fan, jeder Reporter hätte sich über diese Aktion aufgeregt und den Balljungen kritisiert. “Hätte” – wäre das nicht Jens Lehmann passiert. Als danach der ehemalige Nationaltorhüter auch noch die Erziehung des Balljungen indirekt kritisierte mit der Aussage, er müsse nun nach Hause und seine Kinder erziehen, damit diese sich anders verhalten würden in solch einer Situation, brachte er das Fass zum Überlaufen und von überall her prasselt nun Kritik von Seiten der Medien auf Lehmann ein, der Fair Play fordert und es selbst nicht vorleben würde.

Natürlich ist das auch ein Anlass, um all die “Fehltritte” Lehmanns in seiner Zeit beim VfB Stuttgart nochmal aufzuzählen. Wie oft wurden Schiedsrichter nach schlechten Leistungen von Spielern oder Verantwortlichen kritisiert, doch Lehmanns Aussagen nach dem 0:3 in Dortmund letzte Saison sind noch immer in Erinnerung und werden sogar zur “Schiedsrichter-Affäre” ernannt. Dann wäre da natürlich noch die “Schuh-Affäre”, bei der Lehmann mit voller Absicht im Rückwärtslaufen den Schuh von Salihovic, der herrenlos auf dem Spielfeld liegt, aus 20 Metern Entfernung ohne hinzuschauen aufs Tornetz wirft – man beachte die Ironie der Aussage. Diese Liste von “Affären” kann endlos fortgesetzt werden und oftmals sind diese völlig übertrieben von den Medien dargestellt. Dass der Balljunge wohl sein letztes Spiel gemacht haben dürfte oder dass zu den meisten “Affären” immer zwei gehören, wird völlig außer Acht gelassen.