Die Flop-Elf der Hinrunde
geschrieben von Benjamin Weissinger | in Allgemeines, Fussball, Spieler | am 15. 12. 2008
Auf keiner Sendeanstalt, in keiner Zeitung, keinem Internetforum und keinem Blog darf derzeit die Top-Elf der Hinrunde fehlen. Wir drehen den Spieß um und suchen die Flop-Elf. Schlechte Leistungen gab es reichlich. Doch wer gehört zu den großen Verlierern? Wer hat hohe Erwartungen nicht erfüllen können?
Tor: Michael Rensing (FC Bayern München) – Von den Bayern immer wieder starkgeredet und zu einem Kandidat für die Nationalmannschaft erklärt, offenbarte Oliver Kahns Nachfolger in der Hinrunde immer wieder Schwächen in der Strafraumbeherrschung, strahlte wenig Souveränität aus und leistete sich einige kapitale Böcke. Wirklich überragende Partien lieferte der 24-Jährige bisher nicht ab. Vielmehr hielt er sich mehr oder weniger über Wasser. Ob er dem hohen Anspruch gerecht werden kann, ein würdiger Keeper in einem europäischen Spitzenteam zu sein, darf bezweifelt werden.
Abwehr: Clemens Fritz (Werder Bremen) – Vom hochgehandelten Shootingstar in der Nationalmannschaft zu einem der am schlechtesten benoteten Bundesligaspieler der Hinrunde (Kicker-Notenschnitt 4,44), und das alles innerhalb eines Jahres. Für den immer wieder von Verletzungen zurückgeworfenen Fritz lief nichts zusammen. In keinem seiner elf Saisonspiele konnte er wirklich überzeugen, weder erledigte er seine Defensivarbeit zuverlässig, noch konnte er Impulse nach vorne liefern.
Cristian Zaccardo (VfL Wolfsburg): Der italienische Weltmeister und Sieben-Millionen-Einkauf aus Palermo rentierte sich für die Magath-Elf bisher nicht einmal ansatzweise. In seinen gerade mal zehn Einsätzen ließ er internationale Klasse vermissen, wirkte statt dessen unauffällig und wenig durchsetzungsfähig.
Khalid Boulahrouz (VfB Stuttgart): Auch der VfB muss einen teuren Floptransfer in der Defensive verkraften. Der für fünf Millionen aus Chelsea in die Bundesliga zurückgekehrte Niederländer schaffte aufgrund durchwachsener Leistungen nie den Sprung in die Stammelf, saß im wichtigen Spiel gegen den FC Bayern nur auf der Bank.
Mittelfeld: Orlando Engelaar (Schalke 04) – Mit zielgerichteten Transfers wollte der FC Schalke nach einem dritten Platz in der letzten Saison weiter nach oben klettern. Einer davon wurde der niederländische EM-Teilnehmer und Fünf-Millionen-Mann Orlando Engelaar. Der 1,97 Meter große Hüne lieferte jedoch keine internationalen Spitzenleistungen. Schlimmer noch: Er blieb in aller Regel den Beweis seiner Bundesligatauglichkeit schuldig. Seinen zwei Scorerpunkten stehen zwei rote Karten gegenüber, fünf seiner zwölf Saisoneinsätze benotete der Kicker mit 5,0 oder schlechter.
Mark van Bommel (FC Bayern München) – Zu Beginn der Saison zum Mannschaftskapitän ernannt, wähnte man den Niederländer vor einer großen Zukunft als Kopf des Rekordmeisters. Doch nach unrühmlichem Beginn im Dortmund (gelb-rote Karte) und einer unterirdischen Leistung beim 2:5-Debakel des FCB gegen Bremen wurde van Bommel entmachtet und ist seitdem auch leistungsmäßig nurnoch Mitläufer. Seine Zukunft in München ist ungewiss, die Suche von Hoeneß und Klinsmann nach einem neuen Sechser ist alles andere als ein Vertrauensbeweis.
Thiago Neves (Hamburger SV) -Rund sieben Millionen Euro ließ sich der HSV den 23-jährigen Brasilianer und potentiellen Nachfolger von Rafael van der Vaart kosten. Doch der als neue Schaltzentrale im Mittelfeld angedachte Jungstar absolvierte gerade mal sechs Hinrundenpartien, und davon keine über 90 Minuten. Über Anpassungsschwierigkeiten geht diese Bilanz weit hinaus, Neves steht bei Jol ganz hinten an.
Michael Bradley (Borussia Mönchengladbach) – Der mit reichlich Vorschusslorbeeren bedachte US-Nationalspieler, den Gladbach für 2,5 Millionen Euro von Heerenveen weglockte, wirkt in der Bundesliga schlichtweg überfordert. Es fehlt an allem: Schnelligkeit, Durchsetzungsvermögen, Abschluss und Spielwitz. Mit einem Notenschnitt von 4,72 rangiert Bradley in der Kicker-Spielerrangliste ganz hinten.
Paul Freier (VfL Bochum) – Viele Hoffnungen verknüpften Bochum-Anhänger mit der Rückkehr des dribbelstarken, gebürtigen Polen, der einst beim VfL zum deutschen Nationalspieler avancierte. Die hohen Erwartungen konnte er in der Hinrunde nicht erfüllen. Obwohl er mangels Alternativen fast jede Partie bestritt, konnte er dem Bochumer Spiel fast nie entscheidend weiterhelfen und brachte es auf magere zwei Torvorbereitungen. Statt dessen sammelte er neun gelbe Karten: Ligaspitze.
Sturm: Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach) – Nach der Rückkehr der Fohlen in die erste Liga wollte der 69-fache deutsche Nationalspieler nochmal angreifen. Der Torschütze des viel umjubelten 1:0 bei der WM gegen Polen traf in seinen acht Einsätzen jedoch kein einziges Mal und musste trotz übersichtlicher Konkurrenz im Sturm die meiste Zeit auf der Bank Platz nehmen.
Mikael Forssell (Hannover 96) – Der vor Beginn der Saison aus der englischen Premiere League nach Hannover gewechselte Finne sollte zusammen mit Mike Hanke und Jan Schlaudraffdas Prunkstück der Mannschaft bilden. Doch außer einem starken Spiel gegen Kellerkind Gladbach enttäuschte der ehemalige Chelsea-Spieler vor allem zum Ende der Hinrunde hin mit unauffälligen und zahnlosen Auftritten und flog im letzten Spiel der Saison sogar aus der Startelf.
Trainer: Armin Veh (VfB Stuttgart) – Der “Trainer des Jahres” und gefeierte Meistermacher 2007 schaffte es, nur ein Jahr später zur persona non grata im Schwabenländle zu werden. Schlechte Transfers, die er gemeinsam mit Manager Horst Heldt tätigte, sowie fehlende Selbstkritik und mangelnde Bereitschaft, seine Arbeitsmethoden zu hinterfragen, führten zum Rauswurf in der Hinrunde.





Fritten, Fussball & Bier




















Pantelic! Die Diva von der Spree vermisse ich aber sehr!
Kann man eigentlich so unterschreiben.
Valdez wäre im Sturm auch noch eine Option. Die ersten zwei, drei Spieltage sah es so aus, als sei er tatsächlich in der Lage Tore zu schießen. Danach kam aber überhaupt nichts mehr.
Gut analysiert.
Der Flop-Trainer fehlt mir aber noch.
Extra für Dich dazueditiert
Warum Neuville? Der war doch fast die ganze Zeit verletzt! Nimm doch lieber Nutella-Kevin, Guerrero, Pfosten-Gomez, Sanogo,…
Neuville sehe ich da ebenfalls nicht. Von den acht Einsätzen waren fast alle Einwechslungen, er war sehr oft verletzt und es gab andere Stürmer, die häufiger spielten und viel schlechter waren. Als weitere Kandidaten würden sich neben den von Bonn Jovel genannten z. B. auch Sestak anbieten (der trifft ja gar nichts mehr) oder der “brandgefährliche” KSC-Angriff mit Kapllani/Kennedy… Podolski anyone? Also es gab deutlichere Flops als Neuville.
clemens fritz is the bestt