Effe und die Fieslinge
geschrieben von Benjamin Weissinger | in FC Bayern München, Fussball, Karlsruher SC, Spieler, Vereine | am 29. 04. 2008
Mit einem Interview in der Welt hat Stefan Effenberg, seines Zeichens Bundesliga-Rekordhalter für gelbe Karten (111), der Debatte um “Fieslinge” und “Aggressivleader” neuen Schwung verliehen. Er könne das “Geheule” über die Spielweise von Mark van Bommel und Maik Franz nicht mehr hören und brüstet sich damit, Franz damals in Wolfsburg dazu ermutigt zu haben, über die Härte ins Spiel zu finden.
Eines muss man Effe lassen. In diesem Fall kann er einen gewissen argumentativen, roten Faden vorweisen. Als in der Hinrunde Uli Hoeness kritisierte, dass ein Ribery zu oft umgetreten würde und die Schiedsrichter aufforderte, Spielmacher besser zu schützen, konterte Effenberg, Ribery solle sich nicht wundern: Wenn er den Ball zu lange halte und zuviel fummele, gebe es eben auf die Socken. Es bleibt natürlich trotzdem ein schmaler Grat, auf dem er argumentiert. Mark van Bommel und seine zyklisch auftretenden Amokläufe als “ganz normal” zu bezeichnen, spottet trotz aller Liebe zum harten Spiel jedem Fair-Play-Gedanken. “Fieslinge” wird es immer geben, und vielleicht muss es sie auch geben. Aber sich hinzustellen und sie auch noch zu feiern, dafür muss man wahrscheinlich mal einen Tiger auf dem Hinterkopf getragen haben.





Fussballvorhersage




















[...] (Quelle, via) [...]
Ohne Effe kein CL-Titel 2001 – ich habe ihn mal bei Wetten, dass..? gesehe, da sollte er zusammen mit Icke Häßler nen Ball jonglieren und ein Typ hatte gewettet, dass er in 30 Sekunden mehr schafft, als die beiden zusammen. Effe hat es vllt 10 Mal geschafft oder so. Der war nie der Techniker, aber ein Leitwolf, wie man ihn braucht. Ballack tritt langsam in diese Fußstapfen. Nur dass Ballack spielerisch besser ist, aber als Führungspersönlichkeit steht Effenberg so schnell niemand nach – nicht mal der Loddar 1990…