Ein Goldesel, viele Pfennigfüchse

geschrieben von Benjamin Weissinger | in 1.FC Köln, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, FC Bayern München, FC Nürnberg, FC Schalke 04, Fussball, Hamburger SV, Hoffenheim, Transfermarkt, Vereine, VfL Bochum, Werder Bremen | am 04. 02. 2009

Kurz vor Schließung des Transferfensters am Montag ist nochmal richtig Bewegung in die Personalpolitik der Bundesliga gekommen. Dabei wurden die Dukaten relativ ungleich verteilt. Während die einen mit einem einzigen Transfer 18-20 Millionen Euro an Land zogen (für de Jong), schickte der BVB sieben (!) Spieler zu anderen Clubs (Buckley, Kruska, Klimowicz, Federico, Kruse, Kovac, Rukavina) und erhielt dafür zusammengerechnet rund 1,5 Millionen Euro zurück. Auch bei Hoffenheim und Bayern tat sich in der Winterpause so einiges. Mit einem Leihgeschäft sicherte sich der Rhein-Neckar-Riese die Dienste von Bremens Boubacar Sanogo, der auch – ganz in Ibisevic-Manier – am ersten Rückrundenspieltag gegen Cottbus gleich netzte. Weniger Glück hatte Bundesligarückkehrer Timo Hildebrandt, der sich bei seinem Einstand gleich mal verletzte. Der FC Bayern holte sich Verstärkung aus den USA – nein, nicht Beckham. Landon Donovan. Der spielte auch kurz, traf aber nicht. Auch Podolski spielte nicht – dafür darf er ab nächster Saison bei den Kölnern ran. Auch Toni Kroos zieht es von Bayern weg – dank Leihgeschäft darf das einst so heiss gehandelte Supertalent ab sofort für Leverkusen auflaufen, genau wie Angelos Charisteas, der ebenfalls auf Leihbasis vom Club aus Nürnberg kommt.

Leihgeschäfte sind innerhalb der Bundesliga oder -ligen das Gebot der Stunde. Sogar die, die in Geld schwimmen müssten, drehen jeden Cent zweimal um. Niemand hat sich mit einem richtig teuren Kauf aus dem Fenster gelehnt. Vielmehr beschenkt man sich in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten gegenseitig mit seinen Bankdrückern. Und das nicht nur von großen zu kleinen Clubs. Auch direkte Konkurrenten tauschen sich aus. Das hat seinen Reiz: Spieler können beweisen, dass sie zu Unrecht im zweiten Glied standen, Manager und Trainer können ihr Händchen und Gespür unter Beweis stellen. Und in die direkten Duelle des Ex-Vereins mit dem Jetzt-Verein kommt Brisanz. Es hätte doch was, wenn Toni Kroos Michael Rensing einen einschenkt. Wenn ein Sanogo Bremen abschießt, ein Albert Streit den FC Schalke besiegt. Oder wenn Diego Klimowicz im kleinen Ruhrderby die Bochumer zum Sieg über den BVB führt. In diesem Sinne: Auf eine weiterhin spannende Rückrunde.