Freispruch für Robert Hoyzer?
geschrieben von Markus | in Fussball, Skandale | am 28. 11. 2006
Robert Hoyzer ist vermutlich der bekannteste Ex-Schiedsrichter in Deutschland. Selbst Fussballuninteressierte kennen Herrn Hoyzer, während Dr. Merk vermutlich nicht bei allen bekannt sein wird.
Robert Hoyzer verdankt seinen Ruf Spielbetrug bei Fussballwetten und Verpfeifen einiger Fussballspiele.
Nach einem Urteil vom November 2005 sollte Hoyzer für zwei Jahre und fünf Monate in Haft. Aber: Hoyzer hatte natürlich das Recht auf ein Revisionsverfahren und von diesem Recht hat er Gebrauch gemacht. Nun der Schock für alle Fussballliebhaber und Sportwetter:
Bundesanwalt Hartmut Schneider forderte vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einen Freispruch für den 27jährigen Hoyzer. Der Jurist beantragte vor dem fünften Strafsenat in Leipzig, das Urteil des Landgerichts Berlin vom November 2005 aufzuheben.
Es sei zwar richtig, dass es eine richtige Gaunerei war, allerdings sei dem nicht juristisch dranzukommen…
Ja hallo? Wo leben wir denn? So wie ich das jetzt verstehe, soll das Problem jetzt einzig beim DFB und den Sportwettenanbietern sein. Der DFB muss Hoyzer bestrafen, weil er gegen die Regeln des DFB verstoßen hat. Und die Sportwettenanbieter hätten ihre Geschäftsbedingungen “besser formulieren” müssen.
Nun ist es anscheinend wirklich möglich, dass Robert Hoyzer freigesprochen wird. Und so wie ich das deutsche Recht kenne, wird ihm vermutlich noch eine Entschädigung für den ganzen Stress und so zugesprochen. Ich fass es nicht.





Stefans Blick von der Südtribüne




















Nun, wir leben in einem Rechtsstaat. Nulla poena sine lege oder so ähnlich heißt es auf Latein (Keine Strafe ohne Gesetz) und es heißt nicht umsonst “Wettschulden sind Ehrenschulden” und meines Wissens auch nicht einklagbar.
bwin & Co. hätten das aber imho wissen müssen und die AGBs entsprechend anpassen müssen.
ausserdem ist der bundesanwalt in diesem falle doch sein verteidiger oder?
falls das der fall ist , wäre es ja durchaus rehctens den freispruch zu fordern.
[...] Wie ich eben bei Markus gelesen habe, wird unsere Lieblingspfeife Robert Hoyzer wahrscheinlich mit einem Freispruch davon kommen. …sprachlos… Da freut man sich diese Meldung bei fussball24 lesen zu dürfen: [...]
[...] mehr Infos und Kommentare zu dem Fall findet Ihr im Bundesliga-Blog: http://www.bundesliga-blog.de/2006…-fuer-robert-hoyzer/ [...]
Nein, der Bundesanwalt ist quasi der Staatsanwalt. Aber auch Staatsanwälte haben entlastende Fakten für Angeklagte zu berücksichtigen.
hm, immer gut, juristischen Beirat im Blog zu haben…
Fussball ist eben ein Spiel.. NUR, die fans als auch wettenden sind auch davon ausgegangen und sollten davon ausgehen dürfen, dass es sich um ein spiel handelt. wenn wie hier aber das spiel von vornherein so manipuliert wurde, dass nur ein ausgang möglich war, wurde jeder spielcharakter hinfällig. die wettenden wurden also nicht mit dem spielergebnis getäuscht, sondern schon darüber, dass es überhaupt ein spiel ist, an dem sie teilnehmen. dadurch dass hoyzer sodann den ausgang verpfiff als auch verpfiff, veränderte er die wettquote, begünstigte einige und schädigte somit andere. eine täuschung und ein unmittelbarer zusammenhang durch hoyzer liegt also meines erachtens auch vor. die frage nach treu und glauben für die wettenden gegenüber der wettbüros ist eine andere und zwar zivilrechtliche frage. zum ersten mal könnte ein zivilprozess tatsächlich anders ausgehen als der dazugehörige strafprozeß
Hoyzer ist halt so scharf, dass er hinter Gitter muss …
(Schade eigentlich ;0) )