Fußball ist ein Spiel…

geschrieben von Nils | in Fussball, Trainer | am 13. 09. 2007

…bei dem 22 Spieler 90 Minuten hinter einem Ball herjagen und am Ende gewinnt immer Deutschland

Mittlerweile könnte man diesen Satz von Gary Lineker fast wieder unterschreiben. Mal abgesehen von der Niederlage gegen die Dänen und dem Unentschieden gegen Zypern, hat unsere Nationalmannschaft seit der WM (also in der Amtszeit Löw) 12 von 14 Spielen gewonnen. Meines Erachtens kann sich das durchaus sehen lassen (immerhin eine SiegQuote von 85,7% bzw. NichtVerlorenQuote: 92,8%). Aber ist das jetzt so ungewöhnlich im Gegensatz zu früher?

Schauen wir mal, was die Vorgänger so gemacht haben:

Insgesamt:

Klinsmann: 34 Spiele, 22 Siege und 7 Unentschieden (SQ: 64,7%, NVQ: 85,2%)
Völler: 53/28/11 (SQ: 52,8%, NVQ: 73,6%)
Ribbeck: 24/10/6 (SQ: 41,6%, NVQ: 66,6%)
Vogts: 102/67/22 (SQ: 65,7%, NVQ: 87,3%)
Beckenbauer: 66/36/17 (SQ: 54,5%, NVQ: 80,3%)

Damit wir allerdings eine gewisse Vergleichbarkeit haben, nehme ich nur die ersten 14 Spiele der jeweiligen Teamchefs:

Klinsmann: 14/9/4 (SQ: 64,2%, NVQ: 92,8%)
Völler: 14/8/3 (SQ: 57,1%, NVQ: 78,6%)
Ribbeck: 14/7/2 (SQ: 50%, NVQ: 64,2%)
Vogts: 14/10/2 (SQ: 71,4%, NVQ: 85,7%)
Beckenbauer: 14/6/2 (SQ: 42,6%, NVQ: 57,1%)

Jogi Löw braucht den Vergleich mit den Vorgängern bis zum Kaiser demnach absolut nicht zu scheuen. Da hat keiner in den ersten 14 Spielen derartiges geleistet. Lediglich Klinsmann hat in den ersten 14 Spielen eine gleichwertige NVQ.

Bei letzten Spiel kam ja schon das “Kaiser-Gen” zur Sprache, welches bedeutet, dass egal, was Löw anfasst, er immer das Richtige tut, weil Deutschland auch ein so schlechtes Spiel wie gestern (zumindest in der ersten Hälfte) gewinnt. Bei meinen Recherchen frage ich mich natürlich nun von welchem “Kaiser-Gen” da bitte die Rede ist. Statistisch betrachtet hat Beckenbauer nun wahrlich keine Bäume ausgerissen. Da war ein Vogts besser. Aber, und das ist der springende Punkt, Beckenbauer hat in den großen Turnieren seine Mannen immer zur Höchstleistung gebracht und das nötige Glück gehabt. Dies blieb Vogts, abgesehen von 1996 verwehrt.

Löw hat beides. Die Sympathie der Menschen (auch auf Grund des Erfolges) und das nötige Glück. Vielleicht schafft er ja mal wieder den großen Wurf. Gönnen würde ich es ihm und uns auf jeden Fall.

Quelle für meine Recherche: dfb.de