Kuriose Ideen und Skandale ohne Ende

geschrieben von Linksaußen | in Fussball, Medien, Trainer | am 09. 03. 2010

Was ist denn derzeit mit dem deutschen Fußball los? Beziehungsweise: Ist der deutsche Fußball so langweilig, dass es zu einem Skandal nach dem nächsten kommt? Und diejenigen, die in keinen Skandal verwickelt sind, scheinen plötzlich zu viel Zeit zum Nachdenken zu haben. Wenn in den Medien derzeit das Thema “Schiedsrichter” behandelt wird, so geht es hier kaum noch um die Leistung der Unparteiischen, sondern vielmehr um den sogenannten “Schiedsrichter-Sex-Skandal”, bei dem vor allem Schiedsrichter Michael Kempter den ehemaligen Schiri-Sprecher Amerell der sexuellen Belästigung beschuldigt; Amerell bestreitet dies allerdings. Doch das ist nicht der einzige Skandal derzeit – den Wettskandal gibt es ja auch noch. Gestern beispielsweise wurde bekannt, dass ein Spiel von 1860 München, welches am 8. Februar mit 0:1 gegen Ahlen verloren wurde, unter Manipulationsverdacht steht.

Der FC Bayern München ist von den Skandalen nicht wirklich betroffen – abgesehen von einer E-Mail, welche Amerell zu seiner Entlastung veröffentlichte, in der Kempter auf eine Niederlage der Münchner hoffte. Auch sportlich läuft an der Säbenerstraße derzeit alles nach Plan. Folglich scheint Trainer Louis van Gaal Zeit genug zu haben, um einmal gründlich über den Fußball nachzudenken. Dabei ist er wohl zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser gründlich revolutioniert werden müsse und fordert nicht nur technische Hilfsmittel wie den Chip im Ball wie viele seiner Kollegen auch. Beispiele gefällig? Das Elfmeterschießen – der Höhepunkt nach ereignisreichen 120 Spielminuten – soll abgeschafft werden, stattdessen will er Gladiatorenspiele (nach jeden fünf Minuten der Verlängerung wird von jeder Mannschaft ein Spieler herausgenommen, ab der 115. Minute spielen sechs gegen sechs). Darüber hinaus soll der Einwurf durch den Einschuss ersetzt werden. Statt einem Schiedsrichter will der Holländer gleich drei im Fußball sehen: Einen in jeder Hälfte, der dritte beobachtet das Spiel über den Computer und verhindert somit Fehlentscheidungen – die Linienrichter werden überflüssig. Es ist wirklich ehrenwert, wenn Gedanken über Verbesserungen gemacht werden; die Forderung nach technischen Hilfsmitteln ist auch noch nachvollziehbar, doch beim Rest will van Gaal wohl etwas zu viel des Guten.