Man ist dünnhäutig

geschrieben von Benjamin Weissinger | in FC Bayern München, Fussball, Spieler, Trainer, Vereine, VfB Stuttgart, VfL Wolfsburg | am 20. 05. 2009

Eines muss man der Konkurrenz lassen: Sie hat von den Bayern gelernt. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, die mit ihrer berühmt-berüchtigten psychologischen Kriegsführung schon so manchen Bundesligaendspurt beeinflusst haben, sehen sich nun selbst verschiedener Angriffe ausgesetzt – und reagieren in diesen ohnehin turbulenten Tagen dünnhäutig. Auf Felix Magaths freches Interview auf dem Rathausbalkon in München, dass er mittlerweile (angeblich) bereut, reagierte der Rekordmeister in Person von Kalle Rummenigge noch gekonnt und gelassen mit den Worten: “Vielleicht hat er Entzugserscheinungen.” Jens Lehmanns Vorwurf, die Bayern würden durch die Schiedsrichter bevorteilt, veranlasste dieselbe Person jedoch zu einer wilden Gegenattacke. Er sei gespannt, wie der DFB auf diese “Unsportlichkeit allererster Güte” reagiere, und forderte damit indirekt, dass Lehmann für diese Äußerung bestraft werden müsse. Schon bemerkenswert, wenn man sich überlegt, dass gerade Kalle und Uli das Thema Schiedsrichter in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zum Thema machten und den Unparteiischen fehlende Objektivität unterstellten. Aber außer auf dem Oktoberfest wird halt auch in München gerne mal mit zweierlei Maß gemessen.