Nationalelf: Stammspieler

geschrieben von Erich Bollermann | in Allgemeines | am 18. 11. 2009

Das ist die traurigste Länderspielpause, die ich je erlebt habe. Auch wenn unsere Nationalelf heute abend irgendwie gegen den Ball tritt, sind wir alle weiter in Gedanken bei Robert Enke.

Nach der Tragödie von Hannover letzte Woche rief mich ein Knirps aus meiner C-Jugendmannschaft an und wollte wissen, ob er als Stürmer auch Depressionen kriegen kann. Falls ja, würde er seine Karriere nämlich auf der Stelle beenden. Da habe ich dem Steppke in aller Ruhe versucht zu erklären, wie das so läuft im Fußball und im Leben.

Manchmal kriegt man auf oder neben dem Rasen über längere Zeit richtig auf die Schnauze. Und plötzlich hat man den Eindruck, als ob nichts mehr Sinn macht. Trotzdem steht da immer die nächste Partie vor der Tür, in der man alles besser machen kann. Wenn man die nicht für sich selber spielt, dann eben für die engsten Fans wie Freunde und Familie.

Obwohl sich’s manchmal nicht so anfühlt: Im wahren Leben sind wir alle Stammspieler. Und falls einer von uns freiwillig vom Platz geht, klafft dort wie bei Robert Enke für immer eine große Lücke.

Euer Erich Bollermann