Neuer Wettskandal in der Bundesliga

geschrieben von Linksaußen | in Fussball | am 22. 11. 2009

Vier Jahre sind vergangen – seit dem letzten Wettskandal in Deutschland. Nun kommen immer mehr Details eines neuen, noch größeren Wettskandals ans Tageslicht. In den letzten Tagen gab die Staatsanwaltschaft Bochum erstmals Einblicke in ihre Ermittlungen in diesem Fall, welche schon seit September andauern. Und es wird deutlich: Es handelt sich um den größten Wettskandal, den es jemals in der Geschichte des europäischen Fußballs gab. Mehrere hundert Polizisten von der Kriminalpolizei, dem Bundes- und dem Landeskriminalamt sowie Englands Scotland Yard und Beamten aus Österreich und der Schweiz deckten diesen Wettbetrug auf. Die erschreckende Bilanz: 200 Spiele sollen manipuliert worden sein. Dadurch entstand ein Schaden von 10 Millionen Euro. Es wurden bereits Haftbefehle gegen 16 Verdächtige erlassen, insgesamt kam es zu 50 Hausdurchsuchungen und es wird gegen 200 Personen ermittelt.

Unter Verdacht stehen auch Spieler des VfL Osnabrück aus der vergangenen Zweitliga-Saison. Der Profi Reichenberger soll Geld erhalten haben dafür, dass Osnabrück die Partie am letzten Spieltag mit zwei Toren Unterschied verliert – Endstand war 0:2. Dieser betonte jedoch gestern vor den Zuschauern beim Drittligaspiel gegen die zweite Mannschaft von Dortmund, dass er “nie mit der Wettmafia in Verbindung war”. Verdächtigt werden auch die Spieler Thomas Cichon sowie Marcel Schuon. Die Wettpaten, welche 2005 beim letzten Wettskandal als Drahtzieher galten, wurden auch nun wieder festgenommen. Laut der UEFA sind an diesem Skandal mindestens neun verschiedene Länder betroffen. Allein in Deutschland stehen 32 Spiele unter dem Verdacht, manipuliert worden zu sein. Sogar drei Partien der Champions League gerieten in den Fokus der Ermittler. Neuesten Spekulationen zufolge soll sogar erneut ein DFB-Schiedsrichter beteiligt sein.