Podolski: Ein Fehleinkauf?
geschrieben von Benjamin Weissinger | in 1.FC Köln, Fussball, Spieler, Vereine | am 09. 11. 2009
Zugegeben, eine ketzerische Frage. Es gibt jedoch kaum einen Stürmer in der Bundesliga, dessen Preis-Leistungs-Verhältnis zumindest zum jetzigen Zeitpunkt der Saison so eklatant auseinandergeht. Außer vielleicht das von Mario Gomez. Der Unterschied ist allerdings, dass Gomez oft nur eingewechselt wurde und trotzdem schon sechs Pflichtspieltore für Poldis Ex-Club FC Bayern erzielt hat. Der “Prinz” hingegen spielte in 14 Pflichtspielen für die Kölner immer von Beginn, und lieferte lediglich zwei Tore ab. Und auch sonst fiel er häufig nur dadurch auf, dass er nicht zu sehen war. Der Kicker bewertete ihn schon sechs Mal mit einer Note im Minusbereich, der Schnitt liegt bei 4,14.
Die 10 Millionen, die Lukas Podolski den FC gekostet hat, liegen vor allem deshalb so schwer auf den Schultern des 24-Jährigen, weil die Defizite in der Leistungsdichte des Teams so offen zu Tage treten. Zwar konnte man am Wochenende den Krisenclub Hertha schlagen und das Punktekonto endlich zweistellig gestalten. Fakt ist jedoch, dass Köln bisher die teilweise hohen Erwartungen weit verfehlt hat, und gegen den Abstieg spielt. Die Außenverteidiger Christopher Schorch und Miso Brecko mühen sich zwar um Bundesliganiveau, jedoch nicht immer mit Erfolg. Im Mittelfeld enttäuschen die portugiesischen Altstars Maniche und Petit, neben ihnen brachten es Spieler wie Sebastian Freis zu neun Einsätzen von Beginn an, auch ein Kevin Pezzoni genügte höheren Ansprüchen bisher nicht.
Dem Team fehlt es an Qualität, das Motto “Podolski um jeden Preis” hat vor diesem Hintergrund einen immer bitterer werdenden Nachgeschmack. Es ist jedoch nicht nur die Höhe des Kaufpreises, auch scheint Podolski als Spielertyp falsch eingeschätzt worden zu sein. Podolski ist nicht der Typ, der reihenweise den Unterschied macht, egal wer neben ihm aufläuft. Er ist kein klassischer Torjäger wie Mladen Petric oder Patrick Helmes. Er ist ein spielender Stürmer, der am stärksten ist, wenn er mit technisch starken Mitspielern kombinieren kann, ohne dass sich das Spiel um ihn dreht oder auf ihn ausgerichtet ist. Dies findet er in einer verunsicherten Kölner Mannschaft jedoch nicht vor. Es kann also nicht nur Podolski angelastet werden, dass die Beziehung zwischen ihm und seinem Traumclub bisher noch keine Früchte getragen hat – jedenfalls nicht auf dem Platz.





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Ich sehe den Einkauf ähnlich kritisch. Man kann nicht einfach einen Top-Spieler kaufen und erwarten, dass plötzlich alles gut ist. Denn auch dieser Spieler ist wieder von guten Zuspielen aus dem Team angewiesen.
Man hätte lieber 2 gute Spieler statt einen Poldi holen sollen. Bin gespannt wie sich das da noch entwickeln wird.