Podolski und (k)ein Ende?

geschrieben von Benjamin Weissinger | in 1.FC Köln, FC Bayern München, Fussball, Hamburger SV, Spieler, Vereine, Werder Bremen | am 23. 12. 2008

Als ich im November über Lukas Podolski geschrieben habe, sprach ich noch von sich verdichtenden Zeichen, dass der 23-Jährige die Bayern verlassen wird. Diese Zeichen sind mittlerweile so dicht, dass man den Blätterwald vor lauter Poldimeldungen nicht mehr sieht. Und das schon seit Wochen. Viele Vereine sind im Gespräch, und haben ihr Interesse sogar ganz offiziell bekundet. In einer Pole Position wähnt sich nach wie vor der 1. FC Köln, und will man den neuesten Wasserstandsmeldungen des Kölschen Express glauben, fehlen sogar nurnoch ein paar Mini-Details, um die Rückkehr des verlorenen Sohns zum Sommer hin perfekt zu machen.

So mikroskopisch klein kommen sie einem aus der Distanz betrachtet jedoch nicht unbedingt vor. Bayernmanager Uli Hoeneß, der bisher nur Hohn und Spott für Kölns Offerten übrig hatte, sprach im Kicker zwar von “Hinweisen, dass die Kölner sich bewegen.” Und es bedarf keiner großen Phantasie, dass die Bayern Poldi lieber bei einem Verein wie Köln sehen als bei einem potentiellen Meisterschaftskonkurrenten wie Hamburg oder Bremen. Noch immer fehlt mir jedoch der Glaube daran, dass die Kölner finanziell dazu in der Lage sind, ein Gesamtpaket zu schnüren, was die Münchner und Podolski gleichermaßen zufriedenstellt.

Ja, richtig gelesen. Podolski will nicht umsonst für Köln spielen. Soweit reicht seine viel zitierte Liebe zum FC dann doch nicht. Im Gegenteil. Während Meier und Co immernoch so tun, als hätte Poldi längst zugesagt, hört man vom gebürtigen Polen in Interviews plötzlich Dinge wie: “Wenn die sportliche Perspektive stimmt und Köln in der Lage ist, so einen Transfer zu stemmen, dann kann ich mir eine Rückkehr zum FC durchaus vorstellen.” Oder: “Ich weiß auch von dem Interesse anderer Vereine, die für mich sehr reizvoll wären.” Der Transferpoker ist in vollem Gange, und ich kann nur hoffen, dass sich niemand überreizt (ich weiß, das ist Skat und nicht Poker). Darüber zu diskutieren, ob Podolski einen Wechsel überhaupt hätte forcieren müssen, ist längst müßig. Einen Neuanfang bei einem anderen Verein wird es definitiv geben. Dann wird er beweisen müssen, dass es wirklich die Bayern Schuld waren, dass seine Bundesligakarriere ins Stocken geraten ist.