Rauchbombe für 6000 Euro

geschrieben von Benjamin Weissinger | in 1.FC Köln, FC Schalke 04, Fussball, Hamburger SV, Medien, Mönchengladbach, Skandale, Stadien, Vereine | am 08. 04. 2009

In regelmäßigen Abständen berichten die Medien über Geldstrafen, die der DFB den Vereinen für das Fehlverhalten ihrer Zuschauer auferlegt. Offenbar nehmen diese Zwischenfälle so stark zu, dass der Kicker zum Beispiel “diverse Fanverstöße” zu einem einzelnen Artikel zusammenknetet. In der Regel ist es so, dass die Information, die Vereine hätten die Strafe bereits akzeptiert, gleich mitgeliefert wird. So auch in diesem Fall.

Warum auch nicht. Die Strafen fallen so lächerlich gering aus, dass die Vereine sie in aller Regel aus der Portokasse bezahlen können. Der HSV beispielsweise bezahlt für eine in seinem Stadion gezündete Rauchbombe 6.000 Euro. Das – oder mehr – bezahlt ein Spieler, wenn er den Flieger verpasst oder wenn er in einem TV-Interview “Arschloch” sagt (8.000 Euro). Der Deal scheint zu sein, dass der DFB zwar so tut, als wolle er ernsthaft gegen das Problem vorgehen, den Vereinen dabei aber nicht wehtut. Die Vereine wiederum können so tun, als würden sie zähneknirschend akzeptieren, dabei sind sie ganz froh, sich auf diese konstengünstige Weise aus der Affäre gezogen zu haben. Sowohl der DFB als auch die Vereine hätten ganz andere Mittel, die Täter, aber auch sich gegenseitig unter Druck zu setzen. Kleckerbeträge und Pseudostrafen gehören sicher nicht dazu.

Das heisst: In den Stadien wird auch in Zukunft unerlaubterweise gezündelt, geknallt und mit Gegenständen geworfen werden. Natürlich nur, bis Zuschauer oder Spieler irgendwann weniger Glück haben als KSC-Akteur Christian Eichner, dem vor einigen Monaten eine Leuchtrakete Zentimeter am Gesicht vorbeiflog.