Hoeneß hat Recht!
geschrieben von Benjamin Weissinger | in FC Bayern München, Fussball, Hamburger SV, Spieler, Spieltage, Vereine | am 14. 09. 2009
Es ist mal wieder so weit. Obwohl Uli Hoeneß als verbaler Aggressivleader des FC Bayern in regelmäßigen Abständen total daneben liegt, vor allem wenn es um die Beurteilung von Spielszenen oder brutalen Fouls seiner Untergebenen geht, hat er es geschafft, mir am Samstag vor dem Spiel des FCB gegen den BVB aus dem Herzen zu sprechen. Und zwar nicht, weil er sich für den HSV eingesetzt hat. Die ständigen Qualifikationsspiele der Nationalmannschaften (inkl. U21), zu denen sich in Zeiten der globalen Vermarktung zunehmend auch Halbpflichtspiele (“Asienreise”) gesellen, sind mir schon lange ein Dorn im Auge.
Was Uli Hoeneß im Sky-Interview polternd und mit seinem gefürchteten FC Tegernsee-Vergleich artikulierte, ist der Ärger darüber, dass Vereine, die ohnehin schon unter Dreifachbelastungen leiden, ihre Leistungsträger in der laufenden Saison regelmäßig zu Spielen abstellen müssen, über deren Sinn machen streiten kann – nein muss. Wie Hoeneß in einem Fünf-Punkte-Plan im Kicker korrekt darstellt, ist eine Eindampfung der Länderspieltermine nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll – für alle Beteiligten. Die WM-Qualifikationsgruppe Deutschlands darf hier als europäisches Paradebeispiel gelten. Die Mannschaften von Liechtenstein und Aserbaidschan verstopfen den Terminkalender, weder für sie noch für die überlegenen Gegner haben die regelmäßigen Aufeinandertreffen einen nennenswerten sportlichen Mehrwert. Sie gehören in eine Vorqualifikation, wo sie sich mit Gegnern auf Augenhöhe messen können. Ein System, welches auf europäischer Vereinsebene längst zur Praxis gehört. Auch Südamerikas Riesengruppe schreit nach einer Reform. In sage und schreibe 18 Spieltagen werden hier die vier bzw fünf WM-Kandidaten ermittelt. Eine Aufteilung in zwei Gruppen würde – wie Hoeneß richtig darstellt – den Terminkalender mehr als halbieren.
Auch die Zahl der Freundschaftsspiele der Nationalmannschaft ist Hoeneß zu hoch. Hier möchte ich noch ergänzen, dass man sich etwas mehr von sportpolitischen Aspekten lösen sollte. Andauernde Spiele gegen unterlegene Gegner bringen die Nationalmannschaft nicht weiter und langweiligen das Publikum. Was ich mir schon lange wünsche sind mehr Spiele gegen die Top-Teams der Welt, vor allem aus Europa. Denn diese “Derbys” gegen Holland, England, Italien und Co wollen die Zuschauer sehen, und nur gegen starke Gegner kann man wachsen.





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