Sturmproblem bei Bayern
geschrieben von Linksaußen | in Fussball | am 14. 10. 2009
Schaut man sich die Besetzung des deutschen Rekordmeisters, des FC Bayern München, im Sturm an, so liest sich das ganz gut: Mario Gomez, Luca Toni, Miroslav Klose. Alle Stürmer der Spitzenklasse. Eigentlich, denn hier liegen in der noch jungen Saison die Probleme des Münchner Star-Ensembles. Am Anfang sah ja noch alles ganz gut aus: Rekordeinkauf Mario Gomez traf recht zuverlässig und dann wurde auch noch Arjen Robben verpflichtet, ein weiterer Top-Mann für die Abteilung Offensive. Doch ganz so lief es dann doch nicht weiter – im Gegenteil, die Bayern sind nun bereits seit drei Spielen ohne Treffer. Und zu allem Überfluss fallen Robben, Ribery und Olic auch noch länger aus.
Nun ruhen die Hoffnungen auf einem, der bislang in dieser Saison gerade einmal 30 Minuten zum Einsatz kam. Die Rede ist von Luca Toni, dem ehemaligem unangefochtenen Stammspieler der Münchner. Diesen Stammplatz verlor er allerdings an Mario Gomez und war zudem auch noch verletzt. Doch Mario Gomez hat mittlerweile seinen Stammplatz wieder los und saß zuletzt nur auf der Bank. Jetzt ist Toni wieder fit und könnte helfen, das Sturmproblem in München zu beheben. Am kommenden Samstag dürfte dieser bei den Profis gegen den Aufsteiger SC Freiburg wieder im Kader sein. Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld ist von den Qualitäten Tonis überzeugt und rät Van Gaal dazu, “seinen Trumpf”, den er noch in der Hinterhand hat (Toni), “zu ziehen”. Nicht vergessen werden darf auch Klose. In der Liga zwar bislang noch ohne Treffer, dagegen traf er letzten Samstag zum wichtigen 1:0-Sieg der Nationalmannschaft.





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Das ganze Gerede vom Sturmproblem beim FC Bayern ist überzogen. Das eigentliche Problem ist der Umgang des Trainers mit eben jenem Sturm. Durch ständige Personalrochaden hat Louis van Gaal allen vier Stürmern mit Ausnahme von Ivica Olic das Vertrauen in das eigene Können genommen. Ein Mario Gomez war zu Saisonbeginn auf dem besten Wege, die aufgebrachten 35 Millionen Euro Ablöse zu rechtfertigen. Klar, er macht zu wenig für das Zusammenspiel, hat Probleme, wenn er mit dem Rücken zum Tor steht und läuft zu wenig. Aber: Das Wichtigste sind seine Tore und die waren (vor seiner Degradierung) da. Miroslav Klose dagegen startete mit Verletzungsrückstand, kam bisher aber kaum über die Rolle eines Zeitarbeiters hinaus. Dass er echtes Vertrauen braucht zeigt er – in der Nationalelf. Luca Toni ist der absolute Ernstfall im Bayern-Angriff. Mehrfach hat er betont, fit zu sein und dass er sich bereit zum Comeback fühlt. Ein 30-Minuten-Einsatz gegen Oberhausen im Pokal (bei hoher Führung) muss ihm wie Hohn vorkommen. Wenn van Gaal wenigstens auf einen der Stürmer konsequent setzen und den anderen sagen würde, woran sie sind, wäre viel gewonnen. Stattdessen zermürbt er sie der Reihe nach. Und was für die Stürmer noch erschwerend hinzukommt: Brauchbare Bälle sind momentan von den Außen kaum zu bekommen. Das eigentliche Problem der Bayern ist das Aufbauspiel – und van Gaals Aufstellungs-Willkür.