Torkamera oder Chip im Ball?

geschrieben von Markus | in Skandale, Spieler, Spieltage | am 13. 02. 2006

Fussball ist ein Sport, der lebt von engen und spannenden Entscheidungen. Sowohl die Spieler, als auch die Schiedsrichter sind oftmals gezwungen in Sekundenbruchteilen die richtige Entscheidung zu treffen. Egal, ob ein Spieler, oder ein Schiedsrichter einen Fehler macht, es kann immer ein Spiel entscheiden. Nehmen wir nun also als Beispiel die beiden letzten entscheidenden Fehlentscheidung eines Schiedsrichtergespanns.


Der war drin, aber mich hat ja keiner gefragt.Fall 1: Ferydoon Zandi erzielt ein Tor durch einen Elfmeter. Jedoch macht er es nicht einfach für uns alle, indem er den Ball im Netz zappeln lässt, nein, der Ball springt von der Latte hinter die Linie und wieder aus dem Tor raus. Zeit für die ganze Situation: Handgestoppte 0,5 Sekunden.
Fall 2: Patrick Owomoyela erzielt ein Kopfballtor, welches Erwin Skela ( siehe Zitat ) hinter der Torlinie zu verhindern versucht. Der Ball zappelt wieder nicht im Netz.

In beiden Situationen war der Schiedsrichter auf die Aufmerksamkeit und Entscheidung der Kollegen mit den Fahnen angewiesen. In beiden Fällen hätte der Linienrichter Schiedsrichterassistent den Ball als Tor erkennen können. Aber in meinen Augen nicht müssen. Bei solchen Situationen hat man vermutlich eine Quote von ca. 50 % Treffern. Zu erkennen, ob ein Ball wirklich mit vollem Umfang dieTorauslinie überschritten hat, ist nicht leicht. Und viele Entscheidungen in solchen Situationen werden aus dem Bauch heraus getroffen. Man meint halt der Ball wäre drin, oder eben nicht.

Genauso macht es ein Michael Ballack auch. Er kann nicht immer sicher sein, den richtigen Pass zu spielen, er trifft die Entscheidung aus dem Bauch heraus. Natürlich, wie auch bei den Schiedsrichtern, geprägt durch Training und Erfahrung. Auch er ist darauf angewiesen, dass seine Mitspieler ebenfalls die richtige Entscheidung treffen und im richtigen Moment loslaufen. Eben genauso, wie der Schiedsrichter auf seine Assistenten angewiesen ist.

Schiedsrichter haben aber einen großen Nachteil: sie sollen keiner Mannschaft einen Vorteil verschaffen. Was bleibt uns also als weitere Unterstützung für die Schiedsrichter?

1. Petzen
Wie Erwin Skela es so schön sagte: “Der war drin, aber mich hat ja keiner gefragt.”. Spieler werden ein Tor nicht verpetzen. Naja, einige schon, aber das ist nicht die Regel und ich persönlich verstehe jeden Spieler, der nicht zum Schiedsrichter rennt und ihm das Tor “beichtet”.

2. Torkamera
Eine Kamera auf Höhe der Torlinie könnte im Nachhinein eine Entscheidung bringen. Aber eine Spielunterbrechung wegen eines möglichen Tores kann ich nicht gut heißen. Bei jeder strittigen Entscheidung müsste ein weiterer Unparteiischer die Kamerabilder auswerten um dann eine Entscheidung zu treffen.

3. Chip im Ball
Aus meiner Sicht die einzige Alternative, wenn sie denn 99,9875% funktioniert. Der Ball / Computer liefert sofort ein Signal, wenn der Ball die Linie im vollem Umfang überschritten hat. Nur so ist der Spielverlauf nicht unterbrochen und eine Fehlentscheidung beim Torschuss nicht mehr möglich.

Dieser Meinung sind übrigens auch die Schiedsrichter.