Totgesagte leben länger

geschrieben von Linksaußen | in Alemannia Aachen | am 09. 02. 2010

Rot-Weiß Ahlen, der schon Mitte der Hinrunde designierte Absteiger aus der zweiten Liga, der von allen Trainern nur noch als Punktelieferant gesehen wurde, stach in der Höhle der Münchner Löwen erneut zu und hat plötzlich wieder Anschluss gefunden an den Relegationsplatz. Das erste Signal setzte Ahlen bereits am 19. Spieltag mit einem eindrucksvollen Unentschieden in Kaiserslautern. Da wurde der erste Punkt nach zuletzt neun verlorenen Spielen überhaupt als Eintagsfliege und das letzte Aufbäumen des Abstiegskandidaten angesehen.

Doch dann folgte der erste Heimsieg überhaupt in dieser Saison gegen den Namensvetter aus Oberhausen. Diesen Arbeitssieg sahen die meisten Trainer, allen voran der Trainer von 1860 München, Ewald Lienen, noch als zufälligen Arbeitssieg gegen einen Mitabsteiger und zudem den ersten und zugleich letzten Sieg an. Dass jedoch ausgerechnet seine Mannschaft bereits nach 23 Minuten hinten lag, konnte Ewald Lienen dann doch nicht begreifen. So gab es in der Pause eine gewaltige Standpauke.

Die zweite Halbzeit dauerte noch nicht lange, da wurde Ahlens Torhüter Sascha Kirschstein von einem Geschoss aus dem Münchner Block am Kopf getroffen. Das Spiel musste kurz unterbrochen werden; der Fall wird noch den DFB-Kontrollausschuss beschäftigen, da es leider immer wieder Idioten gibt, die überhaupt nicht nachdenken, wie sehr sie ihrem Verein damit schaden können.

Dieser Sascha Kirschstein war der Ahlener Fels in der Brandung und verwehrte selbst die besten Chancen der wütend anrennenden Löwen. Den Schlusspunkt setzte Kirschstein wiederum selbst, als er kurz vor Spielende mit dem Kopf gegen den Pfosten stieß und wiederum behandelt werden musste. Dennoch siegte Ahlen erneut, und es bleibt auch dank Kirschstein wieder spannend.