Unmenschlicher Druck und seine Folgen
geschrieben von Benjamin Weissinger | in FC Bayern München, Fussball, Skandale, Spieler | am 27. 02. 2008
Der Aggressiv-Leader der Bayern hat wieder zugeschlagen. Dieses Mal hat er nicht versucht, einem Gegenspieler aus vollem Lauf den Ellbogen ins Gesicht zu rammen. Dieses Mal hat er vor lauter Frust dem Schiedsrichter für eine völlig korrekte Entscheidung höhnisch Beifall geklatscht und anschließend die Bommelsche Stinkefaust gezeigt, die auch schon die Fans von Real Madrid kennen. Mark van Bommel wäre aber kein Leadertyp, wenn er sich nach dieser Aktion verzogen und wortlos der Strafe geharrt hätte, die ihm durch den Kontrollausschuss des DFB droht.
In den Statements des Niederländers gibt es drei zentrale Aussagen, die nicht alle stimmig miteinander korrespondieren, aber alle als Verteidigung und nicht als Entschuldigung gedacht sind. Erstens: Der Schiedsrichter hätte mehr “Fingerspitzengefühl” beweisen müssen. Zweitens: Die Stinkefaust sei auf sich selbst, nicht auf den Schiri bezogen gewesen und last but not least: Leute, die “noch nie auf diesem Niveau Fußball gespielt haben”, könnten nicht verstehen, wie sehr er unter Strom gestanden hätte.
Wenn ausgerechnet die Axt im Walde mehr Fingerspitzengefühl fordert, lässt das auf ein fehlendes Unrechtsbewusstsein schließen. Und genauso ist es. Van Bommel ist mitnichten ein hilfloses Opfer seiner unkontrollierten Aggressivität. Er hält sie vielmehr für normal und für eine Folge des Drucks, der auf einem Fußballprofi lastet. Dass ein Spieler seinen gestörten Hormonhaushalt fälschlicherweise auf die ganze Branche hochrechnet, kennt die Liga schon von einem anderen Bayern-Leader: Oliver Kahn. Einst erzählte er Journalisten vom “unmenschlichen Druck, der auf einem Torhüter lastet.” So als wäre es ganz normal, dass Torhüter ihren Gegenspielern in den Hals beissen oder ihnen das Ohr abreissen wollen. Oder, wie in der laufenden Saison, einem Gegenspieler einen Faustschlag versetzen.
Hier kommt die Führungsriege des FC Bayern ins Spiel. Wenn Faustschläge als “Streicheleinheiten” (Zitat Ottmar Hitzfeld) verniedlicht werden und Entgleisungen aller Arten zu herausragenden Beispielen von Motivation und Kampfgeist umgedichtet werden, wird man nicht dazu beitragen, dass solche Spieler sich endlich in den Griff bekommen, damit sie die Gesundheit ihrer Gegenspieler nicht mehr gefährden.





ClubFans




















Hm da hat der Agressivleader (was für ein hässliches Wort) natürlich recht. nur jenem der selbst in der Bundesliga kickt, steht es zu,
Spielszenen zu bewerten. Was ein schmarrn…:)
Unmenschlicher Druck und seine Folgen…
Der Aggressiv-Leader der Bayern hat wieder zugeschlagen. Dieses Mal hat er nicht versucht, einem Gegenspieler aus vollem Lauf den Ellbogen ins Gesicht zu drücken. Dieses Mal hat er vor lauter Frust dem Schiedsrichter für eine völlig korrekte Entsche…
Genau wie die tatsache das _genau_ derjenige – der van Bommels Verein _überhaupt_ nicht leiden kann – hier selbigen auf den Screen gebracht hat.
Da gibts _ganz_ andere Herrschaften in der Liga, die viel eher eine Gefahr für Leib und Leben ihrer Gegenspieler darstellen als der Holländer und sein Torwart.