Unruhen an der Säbener Straße

geschrieben von Linksaußen | in Fussball | am 10. 11. 2009

Es gab schon bessere Zeiten beim FC Bayern München – in der Champions League droht das Aus und in der Bundesliga gelang am letzten Spieltag mit dem 1:1 gegen den FC Schalke 04 schon wieder kein Sieg. Dafür sorgen die Spieler außerhalb des Platzes für mächtig Wirbel; allen voran der eigentlich doch so sympathische und nette Außenverteidiger und Leistungsträger Philipp Lahm. Der deutsche Nationalspieler übte vergangene Woche in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung harte Kritik an der Transferpolitik der Verantwortlichen. So beklagte der Verteidiger unter anderem, dass die Spieler wahllos verpflichtet werden würden – Zitat: “Vereine wie Manchester oder Barcelona geben ein System vor – und dann kauft man Personal für dieses System. So etwas gibt es bei uns nicht: Dass der Verein etwas vorgibt und alles darauf aufgebaut wird. Man darf Spieler nicht einfach kaufen, nur weil sie gut sind.” Harte Worte vom ansonsten eher ruhigeren Nationalspieler, der beim VfB Stuttgart den großen Durchbruch schaffte.

Mit dieser Kritik mag Lahm Recht haben, er machte zugleich jedoch auch Manager Uli Hoeneß so richtig wütend – der kündigte an, dass Lahm “sein Interview noch bereuen wird”. Damit hat er wohl Recht behalten, denn Lahm bekam eine saftige Geldstrafe aufgebrummt; es ist von einer Rekordstrafe in Höhe von über 50.000 Euro die Rede. Auch Luca Toni wurde zur Kasse gebeten, der Italiener hatte das Stadion nach seiner Auswechslung zur Halbzeit gegen Schalke 04 fluchtartig verlassen. Bei den Bayern-Bossen ist man nun natürlich bemüht, die ganze Lage zu besänftigen – so sagte Rummenigge beispielsweise, dass er davon überzeugt sei, Lahm (nachdem dieser sich für seine Kritik entschuldigt hatte) würde irgendwann einmal die Kapitänsbinde des FC Bayern tagen.