FC Bayern München: 500 Dauerkarten-Inhaber enteignet
geschrieben von Felix | in FC Bayern München, Skandale, Vereine | am 21. 05. 2007
Stell dir vor, du bekommst als Fanclub-Mitglied das Sonderrecht auf den Erwerb einer Dauerkarte im neuen Stadion deines Vereins. Danach trägst du dich in die Liste ein und bekommst auf einmal auf heiterem Himmel zwei Jahre später deine Dauerkarte (nachträgliche Ergänzung:) für die folgende Spielzeit entzogen. Unrealistisch? Nicht beim FC Bayern München!
Aber ber Reihe nach:
Vor zwei Wochen überfielen Anhänger des FC Bayern auf einem Autobahnrastplatz einen Bus mit Fans des 1. FC Nürnberg. Es kam zu einer schwer verletzten Anhängerin.
Markus schrieb als Reaktion auf diesen Vorfall: Dies hat nichts mit Fussball zu tun und wir können alle nur hoffen, dass hier ordentlich durchgegriffen wird und die richtigen Leute bestraft werden.
Ordentlich durchgegriffen wurde in jedem Falle, aber traf es die richtigen?
Alle 73 Bayern-Businsassen mit einem bundesweiten Stadionverbot belegt und von den 15 Tatverdächtigen landeten acht in Untersuchungshaft. Die 58 unschuldigen Fans wurden offenbar Frei nach dem Motto “Wer mit solchen Leuten in einem Bus sitzt, ist bestimmt auch ein potentieller Gewalttäter” als Kollateralschaden in Kauf genommen.
Doch damit nicht genug, denn wer mit solchen Leuten in der Südkurve steht, der kann auch gefährlich sein. Um die “richtigen” zu treffen, wurde die intern als schwarze Liste bezeichnete Aufzählung aller Personen, die vor zwei Jahren als Fanclubmitglieder das Sonderrecht zum Dauerkartenkauf in Anspruch nahmen aus der Schublade geholt und sagenhaften 500 “sogenannten Fans” die Dauerkarte entzogen. Mit dem Fanbeauftragen sprach man sich nicht ab. Unglaublich oder? Fussballfans unter Generalverdacht!
In einem offenen Brief richten sich 43 Fanclubs an die Vereinsführung und fordern das Vorgehen noch einmal zu reflektieren.
Um ein Zeichen zu setzen, wurden beim letzten Heimspiel des FC Bayern gegen FSV Mainz 05 Spendengelder für das verletzte Opfer und gegen Gewalt gesammelt. Die Ultras, Schickeria München, haben ihre Internetseite durch eine Stellungnahme ersetzt, in der ein Supportboykott angekündigt wurde.
Nachtrag: Ein interessanter Artikel zum Thema Schickeria befindet sich in der Süddeutschen.
Verzeiht mir meinen Sarkasmus in diesem Artikel, aber ich finde das echt unter aller Sau!





Fussballvorhersage




















Mooooment, so geht’s ja auch nicht. “Enteignen” kann der FC Bayern die Dauerkarten schon mal gar nicht. Die Dauerkarten wurden auch nicht eingezogen, sondern zur nächsten Saison gekündigt.
Anzumerken ist auch, dass Mitglieder der Schickeria nicht zum ersten Mal negativ durch Gewalttätigkeit, dem Aufruf dazu oder Tolerierung auffallen.
Zum Thema Sarkasmus: Die Schickeria würde sich meiner Meinung nach weit weniger sarkastisch verhalten, wenn sie statt des Boykottaufrufs den Spendenaufruf mittragen würde.
Hi Nils,
für mich kommt die nicht-verlängerung von Dauerkarten einer Enteignung gleich.
Ultras haben in Deutschland nun mal einen schweren Stand. Man kann von ihnen denken was man will und viele Sachen sind mit Sicherheit grenzwertig und diskussionswürdig, aber zu behaupten die Schickeria toleriere den Vorfall auf dem Rastplatz ist falsch. Sie bekunden mitgefühl und distanzieren sich von dem Überfall. Mehr kann man doch nicht verlangen.
Hat die Schickeria den Spendenaufruf denn nicht mitgetragen? Ich dachte schon…
Komisch, auch im Forum meines Lieblingsvereins sind nicht wenige der Ansicht, man hätte ein grundsätzliches Recht auf den Erwerb einer Dauerkarte. Es gilt in Deutschland Privatautonomie, d.h. der FC Bayern hätte die Dauerkarten auch völlig ohne Grund und Begründung kündigen dürfen (was er, streng juristisch betrachtet, auch getan hat).
Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass die Schickeria den Vorfall gutheißt. Ich unterstelle auch nicht, dass dies nur wegen der Konsequenzen, die die Mitglieder zu tragen haben, geschieht, sondern aus echter Einsicht.
Mich stören seit längerer Zeit einfach schon diese Stellungnahmen von Ultrà-Gruppierungen nach Zwischenfällen. Da werden gerne mal Tatsachen verdreht (ich denke jetzt an die Kölner Videos aus Aue) und Verallgemeinerungen geäußert (“Schlägercops”-Spruchbänder in Lautern), gegen die man andersherum aufs Schärfste protestiert (“Fußballfans sind keine Verbrecher”).
So fände ich es eben von Schickeria-Seite angemessener, zuerst dafür zu sorgen, dass es dem Opfer wieder besser geht, als sich um die Eintrittskarten für Fußballspiele zu kümmern bzw. andere Fans zum Supportboykott aufzurufen.
Auf der von dir verlinkten Seite hab’ ich jetzt nichts zum Thema Spenden gefunden.
Rein juristisch gesehen mag das vielleicht in Ordnung gehen, aber darum geht es bei der Sache auch gar nicht! Wer eine Dauerkarte besitzt, der zahlt einen großen Betrag an den Verein, den er schon zu Saisonbegin in den Händen hält. Das Stadion sit voll, Kommentatoren schwärmen von einer großartigen Kulisse, selbstgebastelte Fahnen werden geschwenkt.
Die Fans geben einem Fußballspiel einen würdigen Rahmen und tragen ihren Teil zum Vereinsimage in der Öffentlichkeit bei.
Der Verbund zwischen Fans und Verein ist daher vielleicht mit einer Ehe vergleichbar. Es ist ein gegenseitiges geben und nehmen. Durch juristisch korrektes Handeln ist der Verein zwar auf dem papier fein raus, aber unmoralisch ist es trotzdem. Unter den 500 Fans ist sicherlich ein nicht unerheblicher Teil, der nichts damit zu tun hat und das finde ich nicht gut.
Ich weiss nicht. Tragen sie zur Aufklärung bei? Haben sie geholfen die Täter zu identifizieren? Haben sie irgendwo veröffentlicht, wie sie innerhalb der Gruppe mit den Tätern unzugehen zu gedenken?
Die sollen nicht zu Spenden aufrufen, die sollen “sich selbst reinigen”.
Ja, aber auf das Image, dass der FC Bayern durch diese Gruppe erhält, möchte der Club wohl gerne verzichten.
Bei mir schlagen zwei Herzen in der Brust:
Da ich im Bus 3 war (Nr.2 wurde überfallen) hätte es auch mich treffen können. Darum sage ich, das ich richtig!
Aber, da ich schon oft in Bussen war, in denen auch ein paar “Gschubste” drin waren, sage ich es ist falsch. Denn im Bus zu schlafen und nach dem Aufwachen den Prozess gemacht bekommen, ist nicht gerade rechtstaatlich!!
Ich denke der FCB hat einfach nur die Chance wahrgenommen, die Gruppe loszuwerden. Die Schikeria hat aber auch ihres dazu beigetragen, in dem sie sich NICHT deutlich von Gewalt im allgemeinen distanziert hat! Die sehen sich eher als Opfer…
Hi Herr Wieland,
die 500 Dauerkarteninhaber sind nicht alle bei der Schickeria und saßen auch nicht im Bus. Es wird Leuten, die viel Zeit und Geld in den Verein stecken “in den Arsch getreten”, weil sie auf einer Liste standen.
Oh, hätte ich dazu schreiben müssen, dass ich es scheisse finde, wenn Leute die nur daneben standen, bestraft werden? Ich dachte das sei klar. Eine Suggestivfrage, wie als wenn man jemanden fragt ob er für Umweltschutz ist.
Kein Aber.
Meine Frage und meine Aussage oben sehe ich nicht konträr.
“Eine Suggestivfrage, wie als wenn man jemanden fragt ob er für Umweltschutz ist.”
LOL!
“weil sie auf einer Liste standen”
Kann ich nachempfinden, weil ich mich seinerzeit auch in so Listen “pro Stimmung” eingetragen habe, ohne zu wissen, welche Leute da dabei sind!
Aber warum stellt sich denn die Schikeria so auf stur, und nicht konstroktiv und hilfsbereit? Wäre man böse, könnte man glauben, die hätten doch “Dreck am Stecken”?
Hallo!
Deutschland Ultras haben keine Probleme mit Gewalt – nur ohne, da wird es kritisch.
Prinzipiell wollen sich die Ultras in Deutschland nicht von Gewalt ausdrücklich distanzieren. In ihrer Sprache heißt es, daß man eben eine andere Lebensauffassung habe und daß Gewalt untereinander zur Fankultur (nach Ultra-Art) gehöre.
Das kanns nicht sein. Daß das Stadionverbot zunehmend das Repressionsinstrument Nr. 1 in Deutschland geworden ist, kann es auch nicht sein.
Früher mußten die Cops Fälle ermitteln und aufklären und trafen auf eine Allianz des Schweigens. Heute macht man es umgekehrt: bei kleinsten Anlässen hagelt es SVs und man dreht den Spieß um: der Betroffene solle doch klagen, daß der Verein zu unrecht das Verbot aussprach.
Irgendwie ist der Schachzug der Cops klever, eine Riesensauerei ist es dennoch, ebenso wie die Einstellung der Ultras zur Gewalt.
Viele Grüße,
René
@ Rene Kriest: “Daß das Stadionverbot zunehmend das Repressionsinstrument Nr. 1 in Deutschland geworden ist, kann es auch nicht sein.”
Richtig, denn teilweise sind Vorfälle losgelöst vom Fussballspiel auch relevant für Stadionverbote! Ich gebe Dir vollkommen Recht!
Ohne die Ultras wäre die Fußballwelt ein ganzes Stück ärmer. Jeder erfreut sich an den Choreographien in den Stadien, sie sorgen für die Atmosphäre, die ein Fußballspiel braucht. Das sehen auch die Verantwortlichen bei den Vereinen gerne. Anders herum kaufen Ultras keine Fanartikel, sind eine lose schwer zu kontrollierende Gruppierung und sorgen mit Bengalos regelmäßig für empfindliche Strafen in Höhe von im Schnitt ca. 5000 Schweizer Franken durch die Fußballverbände. Die in den oberen Spielklassen fast völlig ausgemerzte Hooliganszene mischt sich gerne mal unter die Ultras, deren einzige Prämisse eigentlich das Leben mit dem Verein ist. Das es da immer wieder gerade bei Auswärtsspielen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt ist eine Tatsache, die aber auch ohne die Ultrabewegung nicht zu verhindern ist. Der Vorfall an der Raststätte ist mehr als bedauerlich, von Ausschreitungen zu schreiben oder zu sprechen ist maßlos übertrieben. Eine ganze Fankultur aufgrund dieses Ereignisses in Verruf zu bringen, völlig überzogener Schwachsinn. Die Dauerkartenenteignung kann sich der FCB nur leisten, da er genau weiß, daß die Einnahmen nicht fehlen werden, da die Warteliste auf der anderen Seite mehr als doppelt so lang ist. Ein kleiner Regional oder Zweitligaverein könnte sich so eine Aktion nicht leisten, zumal es in Deutschland eigentlich keine “Sippenhaft” mehr geben sollte. Die Mitglieder der FCB Fanclubs sollten sich solidarisieren und den Heimspielen des FCB eine zeit lang fernbleiben. Kein Support ist noch zu wenig.
@Verschwender
Gegen die Choreos hat auch niemand etwas. Gewalt kann man damit nicht aufrechenen, und alles auf die angeblich untergegangene Hool-Szene zu schieben, paßt aus meiner Sicht auch nicht.
Überall existieren noch richtig feine Mobs, man muß nur sie Zeichen zu lesen wissen. Eher sind die Ultras von den Alt-Hools der 1. Generation angetan und wollen ihnen nacheifern.
Die Polizei-Überwachung und die szenekundigen Beamten zeugen davon, daß auch die Polizei gerafft hat, daß es in deutschen Stadien in den 80ern und frühen 90ern offene Gewalt gab.
Blockstürme, Straßenschlachten – das alles war an der Tagesordnung, ebenso wie berittene Polizei, die sich von ein paar Knallfröschen in die Flucht schlagen ließ.
Es gibt immer und immer wieder Probleme, gerade weil die Ultras nicht dafür einstehen wollen, daß sie gewaltfrei bleiben. Banner-Rips usf. zeugen davon. Umgekehrt gehören Banner-Rips unter Ultras nicht zur Gewalt, sondern zur Fankultur – man reduziert Gewalt auf ein Definitionsproblem.
Man muß sich nur einmal den Osten Deutschlands betrachten, um die These von den ausgemerzten Hools ad acta zu legen. Auf YouTube finden sich hunderte Videos zum Thema Dresden, Cottbus, Erfurt, Jena usf. Dort kracht es bis in die Oberliga runter, denn auch die Hool-Szene hat gelernt: in der 1. und 2. Liga wimmelt es bei Spielen nur so von Cops, nicht dagegen bei Spielen der 2. Mannschaft in der Regionalliga und darunter.
@rene
Wir sind ja gar nicht so weit auseinander. An die Zeiten als man sich noch gerade bei Auswärtsspielen in die Hose machen mußte, kann ich mich noch gut erinnern. Gottlob sind diese Zeiten vorbei. Vielleicht habe ich deswegen eine liberalere Einstellung zur Ultrabewegung, da sie insgesamt wesentlich positiver anzusehen ist, als der alte Mob. Früher gab es anstatt Banner-Rips, ordentlich auf die Fresse, auch als unbeteiligter entgegen aller Hoolmärchen. Wenn Du da nach Köln gefahren bist, hast Du Dir erst Gedanken gemacht wie Du heile zum Stadion kommst und nach dem Spiel, wie Du wieder heile nach Hause kommst, geschweige denn erstmal zu Deinem Auto oder zum Bahnhof.
Mit den oberen Ligen meinte ich explizit den Bundesligafußball, zu dem natürlich auch die zweite Liga gehört. Die Szene im Osten, ist noch einmal ein gaaanz anderes Ding. Ich weiß sehr wohl, was dort abgeht. Mit diesen Rechtsradikalen Schlägerbanden hat die allgemeine Ultrabewegung jedoch nicht viel gemein. Das gleiche gilt für so einige Oberliga und Regionalligaclubs im Westen. Was die echte Ultrabewegung aber wirklich angreifbar macht, ist die Tatsache, daß sie keine Fangruppe ausschließt, sondern nur auf den Support Wert legt. Egal ob Kutte, Normalo oder eben auch Hool. Die Kurve soll vereint werden und nicht gespalten. Das ist die Intention der Ultras. Und genau das macht sie eigentlich auch bei den Ordnungskräften und Verantwortlichen unbeliebt. Sie ist halt schlecht kontrollierbar. Einen kleinen Hoolmob von 70 Leuten kann man besser lenken und kontrollieren, als einen gemischten Ultramob von 500 Leuten.
Hallo verschwender,
du sprichst mir aus der Seele!
@Verschwender
Schönes Posting und um die Besonderheit gerade der Frankfurter Szene darzulegen, aus welcher ich komme, so sind die Ultras dort eher etwas eigenbrötlerisch und definieren einen Ultra im Geiste eher nach dessen Support-Fähigkeiten.
Gewalt spielt da auch noch eine Rolle. In Schalke gab es in der Hinrunde SVs, weil ein Ultras-Bus “rein zufällig” vor einer Schalker Szene-Kneipe hielt und dann “ein oder zwei Ultras” dort “ein wenig Papierkörbe” umgekippt hatten.
Die Frankfurter Ultras wissen ganz genau, was läuft, auf sich und ihre straffe Organisation sind sie auch stolz; anders könnten sie die grandiosen Choreos nicht auf die Beine stellen und verlangen auch, daß man, um “offizieller” Ultra zu werden, sich in er Hierarchie hocharbeiten muß (vgl. uf97.de).
Beim Heimspiel gegen Mainz wurden knapp 20 Mainzer-Banner zerfetzt, darunter auch der Banner der Mainzer Ultras usf. Der Banner der Hamburger Sexmachines blieb auch in Frankfurt usf.
In Frankfurt laufen die Uhren wohl ein wenig anders. Nicht umsonst war die Adlerfront einer der ersten Hool-Gruppe überhaupt. Ein paar der Alt-Hools kenne ich, das sind teils echt Leute zum Pferdestehlen.
Köln, wie Du schriebst, war früher wirklich ein übles Pflaster. Das offene Feld vor dem Stadion usf. waren schon ideal, um mal auf was draufzustürmen.
@ verschwender “Die Kurve soll vereint werden und nicht gespalten. Das ist die Intention der Ultras”
Aber tun nicht gerade das viele Ultra-Gruppen, z.B. die Schickeria? In Nürnberg sucht man auch erst seit kurzem den Dialog. In Frankfurt sind ja die Ultras inzwischen Tonangebend – und machen das verdammt gut!
Gewalt: Es ist vollkommen klar, dass es in einem Fanleben mal passieren kann, dass man für die eigenen Farben körperlich eintreten muss. Trotzdem muss ich wissen, dass ich das in der Öffentlichkeit auf keinen Fall gut heißen darf! Das ist nunmal so in unserer Gesellschaft!
In Frankfurt gibt es sogar die “Business Ultras”. Das war saucool! Die haben in der vergangenen Saison einen Riesenbanner mit der Aufschrift “Business Ultras” in den Sitzreihen der Business-Ränge durchlaufenlassen.
@Glubb-Blog
Sagen wir es einmal so, die offizielle Erklärung der Schickeria München ist stellenweise ein wenig unglücklich und läßt sich auch so interpretieren, dass der Einsatz von Fäusten ehrenhafter gewesen wäre. Naja. Anders gelesen distanzieren sie sich explizit von der Tat und das nehme ich ihnen auch voll ab. Die Zukunft wird zeigen ob sie ihre Versprechen einhalten, woran ich auch glauben möchte.
Schlimm finde ich es wie die Presse sich wieder einmal verhalten hat. Aus der Tat einiger weniger wurden Ausschreitungen gemacht. Genauso wie die paar Prügelein nach dem Derby in Dortmund. 70 Leute vorbeugend in Gewahrsam genommen, Bundesligaaltag sagte der Polizeisprecher, Auseinandersetzungen aufgrund erhöhtem Alkoholkonsums. Also keine gelenkten oder gezielten Schlägerein organisierter Fangruppen. Die Presse schrieb von Ausschreitungen. Ich selbst habe davon gar nichts mitbekommen. Über 10.000 Schalker zogen vor dem Spiel friedlich durch die Dortmunder Innenstadt, initiert von den Ultras-GE, (fast) kein einziger Zwischenfall. Danke an die Dortmunder Polizeikräfte, die diesen Fanmarsch überhaupt erst ermöglichten. Die Straßen gesäumt von der Presse, aber in den nächsten Tagen fand man kaum etwas darüber in der örtlichen Presse. Tja, war wohl nicht erwähnenswert, die Gewaltspanner hatten nichts negatives über die Fanszene zu berichten. Also ich möchte damit eigentlich nur sagen, daß es wohl darauf ankommt, wie sich die übrige Fanszene an den Aktionen der Ultras beteiligt. Ich kann mir vorstellen, dass ein Mob von 500 Leuten anstatt 10.000 (es waren garantiert mehr) auf Gegenmaßnahmen der Polizei gestoßen wäre und die vielleicht 50 gewaltbereiten in den Reihen mehr aufgefallen wären, es vielleicht doch zu Zwischenfällen gekommen wäre. Die Presse hätte dann geschrieben die Ultras GE randalieren in Dortmund, nur was wäre daran jetzt Dichtung was wäre die Wahrheit?
@ verschwender: Da sind wir einer Meinung, dass die Presse vieles kaputt macht! Is numal reisserischer wenn das von “Radalierern” und “Ausschreitungen”, als wenn z.B. vorne auf der BILD die Schlagzeile steht:
“Ultra-Gruppierung den Freitag durchgearbeitet für grandiose Choreographie – Präsidium dankbar!”
Wäre die Welt perfekt, müßten die Meldungen aus Dortmund lauten: “80.000 Fans beim Spiel, lediglich 0,0875 Prozent waren gewaltätig”!!
[...] stehen bald keine mehr…" Ich denke mal, das ist darauf bezogen, dass der FC Bayern alle Schikeria-Mitglieder gesamt verurteilt hat und allen 73 Insassen der Busse von Würzburg Stadionverbot erteilt [...]