Herthafreundin: Fußballportal für weibliche Berlin-Fans
Wenn die Kamera am Wochenende durch die Zuschauer in den Stadien fährt, sieht man, dass auch Frauen ein fester Bestandteil des Publikums ist. Nicht nur zu Großereignisse wie einer WM oder EM vermögen die weiblichen Zuschauer anzuziehen. 2010 ging die Marktforschungsagentur Sport+Markt davon aus, dass fast ein Viertel der Zuschauer im Stadion weiblich sind – mit steigender Tendenz. Allerdings beschäftigen sich diese Fans nach dem Spiel mit anderen Themen, als die männlichen Zuschauer. Auf diesen Trend reagierte zuerst die Hertha aus Berlin mit dem Magazin Herthafreundin.
Homestory und kleine Regelkunde
Für männliche Fans ist die Aufmachung vielleicht erst einmal irritierend. Denn fester Bestandteil einer jeden Ausgabe ist ein Foto-Shooting mit einem der Profi-Spieler. Doch wer nun denkt, dass die Herthafreundin nur ein verkapptes Society-Magazin ist, mit Bezug auf die Hertha, der wird sich getäuscht fühlen. Denn auch wenn das Magazin auf Frauen zugeschnitten ist (2010 waren alle Redakteure weiblich), so geht es doch auch um den Fußball an sich. Da werden Kicker-Reporter interviewt, um mal nachzufragen, wie eigentlich die Noten jedes Wochenende zustande kommen. In Interviews mit den Spielern ihres Vereins gehen die Frauen zudem tiefer in den privaten Bereich. Das kann auch für Männer ein interessantes Licht auf das Profigeschäft abseits der 90 Minuten auf dem Platz werfen. Vielleicht schauen die Spieler an freien Tagen dann Fußball auf dem 3D Fernseher oder putzen die Wohnung.
Keine Nachahmer in Sicht
Seit 2007 erscheint die Herthafreundin monatlich, bei den Gewinnspielen machen Männer und Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit – aber nachgezogen hat noch kein Verein. Es stellt sich da die Frage, ob es an den Kosten für zusätzliche Redakteure liegt oder ob die Vereine nicht glauben, dass sich der Aufwand lohnt. Bei Branchenprimus FC Bayern dürfen sich Frauen nur angesprochen fühlen, wenn sie im Shop nach einem Girlie-Shirt des Rekordmeisters drücken. Dabei zeigen die Zahlen, dass es in Zukunft wichtig wird, auf die Frauen als Fangruppe zuzugehen, da hier nicht die gleichen Mechanismen wie bei den Männern greifen.
Bild: Screenshot Herthafreundin Facebook Page


23. August 2011






