Pfiffe und Bananen
geschrieben von Felix | in Fussball | am 05. 02. 2007
Gehört es sich, den Gegner zu verhöhnen, auzupfeifen, zu beschimpfen und mit Bananen zu bewerfen?
Immer wieder wird in diesem Zusammenhang von “sogenannten Fans”, “Idioten” oder “in Anführungszeichen Fans” berichtet.
Das ärgert mich sehr, denn ich finde, dass eine hitzige Atmosphäre einem spannenden Spiel den würdigen Rahmen verleiht. Auf der einen Seite werden Derbys von den Medien gerne als Markenzeichen für ein tolles Spiel angekündigt, aber auf der anderen Seite das was ein Derby eigentlich ausmacht verteufelt.
Von Pfiffen und Bananen profitieren eigentlich alle:
- Die rivalisierenden Fangruppen schaukeln sich gegenseitig hoch und haben ihren Spaß dabei
- Emotionen werden freigesetzt, die es zuhause vor Arena nie gäbe
- Die Medien haben wieder einmal die Gelegenehit von “sogenannten Fans” zu berichten
- …und der Bananenverkäufer verdient auch noch etwas daran
Im Kicker-Kommentar heißt es über Kahn:
Aber er ist auch einer der großen Stars und Typen dieser Liga, ein Vorbild für unzählige fußballbegeisterte Jungen – man denke allein an den blinden Kevin bei der Bambi-Verleihung 2006. Auch leidenschaftliche Gegner des Bayern-Keepers sollten sich freuen, einen wie ihn noch möglichst lange in Deutschland spielen zu sehen.
Kahn mag ja ein netter Kerl sein, aber für 90 Minuten möchte ich ihn auch mal nicht lieb haben dürfen…
So lange Hass und Provokation auf verbaler Ebene bleiben und nicht viel länger als die Begenung selbst andauern, ist für mich alles in Ordnung.
Jens, du als freundlicher Mainzer siehst das bestimmt anders, oder?





Fritten, Fussball & Bier




















Es ist sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Fans auch in dieser Beziehung sind! Gerade, wenn man als Außenstehender im Stadion ist und diese Emotionen einen eher kalt lassen, macht man die schönsten Beobachtungen!
Meiner Meinung nach gehören verbale Provokationen einfach zum Fußball dazu, ohne diese Emotionen wäre es doch nicht mal halb so schön!
Nur ist es leider so, dass sich manche Dämlichkeiten auch vor und nach dem Spiel noch durch die Innenstädte ziehen. Allseits beliebt bei unseren Hertha-Fans ist nach wie vor: Wir sind die geilen Jungs aus der Reichshauptstadt! Ficken oder watt? Ficken oder watt?”
Dann bleibt mir, als überzeugter Herthaner nur noch den Kopf zu schütteln und diese Leute als “Fans” zu bezeichnen. Es gibt halt Grenzen des guten Geschmacks und in dem Fall auch der historischen Verantwortung…
Aber im Stadion muss es verbal was auf die Mütze geben. Immer wieder gerne erzähl ich die Anekdote vom Spiel TeBe gegen Eintracht Schwerin. Auf das übliche “Lila-Weiße, westberliner Scheiße” wurde einfach minutenlang “ohne R, wärt ihr Einfach Schwein” geantwortet. Das war herrlich!
Was für ein Blog-Eintrag am Tag der Beerdigung eines Opfers zweier Fansgruppen, die sich mal so richtig schön hochgeschaukelt haben…
[...]Warum lassen manche Fans ihr Hirn zuhause, wenn sie ins Stadion gehen. Wer Spieler auf dem Platz rassistisch beleidigt, muß doch einen kurzen Moment in sich gehen und mal darüber nachdenken, was er dort genau brüllt.
Leute, Leute, bitte mal nachdenken……..
)))
Danke
[...]
Danke an den Sport Typen.
Tut mir echt leid, aber dieser Beitrag ist unfassbar.
Da Felix den Beitrag zum Ende an mich adressiert hat antworte ich als “Mainzer” auch mal darauf
Ich kann natürlich nur für mich sprechen, wie andere Mainzer Fans das halten kann ich nicht beurteilen.
Ich jedenfalls feuere nur meine Mannschaft an, beklatsche und bejuble tolle aktionen und wenn der Torjubel inkl. Narhallamarsch ertönt ist das eine Ausschüttung von Endorphinen satt. Den Gegner beschimpfen, davon halte ich nichts. Nur wenn sich ein Spieler wie eine Sau verhält (also div. Ellbogenchecks, in die Hacke treten usw.), dann wird dieser auch mal ausgepfiffen wenn er am Ball ist. Ansonsten interessieren mich die Gegner nicht die Bohne – ich will ja wissen wie MEIN Team spielt.
Zumindest die Meisten…
Wenn die gegnerischen Fans anfangen gegen unsere Fans mit Bechern usw. vorzugehen werden diese auch mit einem “Zick Zack Zigeunerpack” u.ä. tituliert – aber das ist auch schon alles.
Der grossteil der Mainzer ist zum Feiern und Spasshaben da – ganz so wie es die “Bummtschacks” in dem Lied “Wir sind nur ein Karnevalsverein” singen.
Abschliessend: für mich steht einfach das sportliche im Vordergrund gepaart mit einer guten Stimmung. Das beschimpfen vom Gegner ist eher unteres Niveau in meinen Augen und muss nicht sein. Auch die Unsitte, die gegnerische Mannschaft auszupfeiffen oder auszubuhen gibt es in Mainz nicht. Da wird der Gegner mit Applaus begrüsst – so wie sich das gehört. Wir haben halt Anstand
Ich finde den Artikeln auch nicht gerade eine Meisterleistung.
Gleich vorneweg: Olvier Kahn kann ich nicht leiden, ABER: Bananenwerfen geht für mich da deutlich zu weit. (Was hat das übrigens mit “verbaler provokation” zu tun?)
Auch wenn es abgedroschen klingt, es ist aber nun mal so und irgendwo hört’s auf: Es gibt genug Leute auf dieser Welt die sich über ein Stück banane mehr als freuen würden aber in Deutschland sind manche so “dekadent” damit rumwerfen zu müssen…
Ich möchte die Vorfälle in Italien keineswegs gutheißen, auch wenn das von einigen hier so interpretiert wurde.
Es gibt für mich Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Das fängt bei rassistischen Äußerungen an und hört bei Pyrotechnik und Gewalt auf.
Ohne einen stimmgewaltigen Gegner macht ein Fußballspiel (für mich zumindest) nur halb so viel Spaß.
Das war auch Spieltag 21…
Eine Schwalbe, vier unterschiedliche Sichtweisen.
Herr Wieland beklagt die generelle Unausgewogenheit zwischen Pfiff im Strafraum und außerhalb, zwischen Stürmer- und Verteidigerfoul, Karsten vom Werderblog die Uneinsichtigkeit des Lutz Wagn…